Nike verliert Schwung
Adidas und Under Armour setzen dem Sportriesen zu

Die Olympischen Spiele in Rio haben die Geschäfte von Nike angekurbelt. Im abgelaufenen Quartal konnte der Konzern Gewinn und Umsatz deutlich steigern. Trotzdem rücken die Rivalen wie Under Armour oder Adidas näher.

BeavertonDer weltgrößte Sportbekleidungshersteller Nike hat im Zuge der Fußball-EM und der Olympischen Spiele sein Ergebnis kräftig gesteigert. Der Umsatz kletterte im Quartal bis Ende August um knapp acht Prozent auf rund 9,1 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern am Dienstagabend mitteilte. Der Überschuss stieg um sechs Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar.

Dennoch droht der Adidas-Rivale an Schwung zu verlieren. Denn die Bestellungen legten so gering zu wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Dabei bekommt Nike auch die wachsende Konkurrenz von Adidas insbesondere auf dem Heimatmarkt zu spüren.

Zwar konnte Nike den deutschen Rivalen mit den drei Streifen bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich ausstechen und als Ausrüster von Titelträger Portugal und des Zweitplatzierten Gastgebers glänzen. Doch setzt Adidas dem Branchenprimus in den USA immer stärker zu, vor allem im Geschäft mit Freizeitsportschuhen. Druck spürt Nike zudem im Basketball-Bereich, eigentlich eine Domäne der Marke mit dem Swoosh. Hier rückte der US-Branchenzweite Under Armour näher heran.

Für Enttäuschung sorgten die Bestellungen, die zum dritten Mal hinter den Expertenerwartungen zurückblieben. Die Bestellungen zur Auslieferung von September bis Januar stiegen um sieben Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit fünf Quartalen. Analysten hatten dem Konzern hier im Schnitt acht Prozent zugetraut. Im außerbörslichen US-Handel fielen Nike-Aktien daraufhin um mehr als vier Prozent.

Nike-Chef Mark Parker zeigte sich dennoch sehr zufrieden mit dem „starken Wachstum“ und sprach von einem „unglaublichen Sommer“. Im Heimatmarkt Nordamerika, wo Nike am meisten verkauft, kletterten die Erlöse um sechs Prozent. In China lag das Plus bei 15 Prozent. Ohne den starken Dollar, der Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung verringert, wären es hier 21 Prozent gewesen. Im Adidas-Hoheitsgebiet Westeuropa stieg der Umsatz um sieben Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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