Niki-Verkauf

Österreich führt Gespräche mit allen Beteiligten

Mit der British-Airways-Mutter IAG gibt es zwar bereits einen Käufer für die Fluglinie Niki. Ein Rechtsstreit über den Insolvenzort bringt den Deal aber in Gefahr. Jetzt schaltet sich die neue Regierung in Wien ein.
Update: 10.01.2018 - 14:41 Uhr Kommentieren
Niki-Verkauf: Österreich führt Gespräche mit allen Beteiligten Quelle: Reuters
Bundeskanzler Sebastian Kurz

Ob Österreich der Fluglinie möglicherweise mit einem Überbrückungskredit unter die Arme greifen könnte, ist bislang unklar.

(Foto: Reuters)

WienÖsterreich führt rund um den Streit über ein Insolvenzverfahren der Air-Berlin-Tochter Niki Gespräche mit allen Beteiligten. „Ja, wir sind in Gesprächen mit den unterschiedlichen Akteuren, aber bevor wir uns hier medial äußern, werden wir sicherlich diese Gespräche noch vertiefen“, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch.

Trotz des schwelenden Rechtsstreits hält der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG an einem Kauf des österreichischen Ferienfliegers fest. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther will den Verkaufsprozess jedenfalls weiter vorantreiben.

Niki hatte gegen die Entscheidung des Landgerichts Berlin für Wien statt Berlin als Insolvenzort beim Bundesgerichtshof Beschwerde eingelegt. Zudem werde die Fluglinie bis Ende der Woche einen Antrag auf Eröffnung eines Sekundär-Insolvenzverfahrens in Österreich stellen. Die Frist, die sich aus dem Insolvenzantrag des Flugrechteportals Fairplane ergibt, laufe um Mitternacht in der Nacht zum Freitag aus, sagte ein Sprecher des zuständigen Landesgerichts Korneuburg am Mittwoch. Bisher sei der Antrag nicht eingegangen.

Flöther zufolge herrscht Zeitdruck, da die IAG-Billigtochter Vueling zum Weiterbetrieb von Niki bereits 16,5 Millionen Euro bereitgestellt hat und das Geld nur für wenige Wochen reiche. Ob Österreich der Fluglinie möglicherweise mit einem Überbrückungskredit unter die Arme greifen könnte, ist bislang unklar. Die neue österreichische Regierung aus konservativer ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ ist erst seit wenigen Wochen im Amt. Die Vorgängerregierung aus SPÖ und ÖVP hatte eine Finanzspritze als Möglichkeit in Betracht gezogen.

Der ursprüngliche Kauf von Niki durch die Lufthansa war an Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gescheitert. Die British-Airways-Mutter IAG will wie geplant den Kauf bis Ende Februar für 36,5 Millionen Euro vollziehen.

  • rtr
  • dpa
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