Nische Online-Lebensmittelhandel Wenn die Knackwurst bis an die Haustür geliefert wird

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Geschäft soll bis 2020 auf 20 Milliarden Euro wachsen

Ein Klick, und die Ware landet im digitalen Einkaufskorb. Per Paket oder Lieferdienst wird sie dem Kunden dann vor die Haustür gebracht. Oder er muss sie an einer Station abholen. Vor allem die Logistik bereitet der Branche die größten Probleme. „Die Verbraucher haben noch nicht das Vertrauen in Lieferzeit, Qualität und Frische gewonnen und ziehen das Einkaufserlebnis im stationären Handel vor“, erklärt Balas. Einige Anbieter hätten das Geschäft wieder einstellen müssen, weil die Kunden fehlten.

Doch die Analysten von EY rechnen damit, dass sich das Geschäft bis 2020 auf bis 20 Milliarden Euro steigern könnte. „Der Markt ist momentan sehr in Bewegung“, sagt Wiehenbrauk. „So gut wie alle großen Händler sind derzeit dabei, bestehende Angebote zu erweitern oder Neue zu entwickeln.“ Auch die Logistik entwickele sich weiter.

Vor allem der Blick in andere Länder macht der Branche Hoffnung. „In den USA lief die Entwicklung ähnlich ab. Da hat man zunächst haltbare Dauerwaren wie Weine oder Öle bestellt“, erklärt Schulz. Über die Zeit hätten die amerikanischen Verbraucher aber erkannt, dass man auch Alltagsnahrung wie Käse oder Wurst nach Hause bestellen könne. Auch Großbritannien ist längst weiter als Deutschland. Dort wurden 2012 nach Angaben von EY Lebensmittel im Wert von 5,5 Milliarden Euro über das Internet verkauft.

Seit ein bis zwei Jahren drängten hierzulande aber verstärkt auch Vollsortimentler auf den Markt, berichtet Schulz. „Die bilden im Online-Shop ein ähnliches Angebot ab, wie man es in großen Discountern vorfindet.“ Mit 30.000 bis 40.000 Artikeln seien sie breiter aufgestellt als der Markt um die Ecke. Daneben gibt es die Online-Shops großer Handelsketten wie Rewe oder Tengelmann.

Für regionale Anbieter wie Annette Krehl stellt das Geschäft im Internet vor allem eine gute Möglichkeit dar, sich einen breiteren Kreis an Abnehmern zu erschließen. „Meine Kunden aus Frankfurt würden nicht hierher in meinen Laden kommen“, sagt sie. Reich könne man mit dem Geschäft aber nicht werden. „Das Ausliefern der Ware ist teuer wegen der hohen Spritpreise. Und die Gewinnmargen sind nicht sehr hoch.“ Ihr Sortiment habe sie in den vergangenen Jahren konstant erweitern können - auch weil immer mehr Menschen auf ihren Shop aufmerksam geworden seien.

  • dpa
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