Noch kein Gift gefunden
Polizei jagt den Berliner Lidl-Erpresser

Der Lebensmitteldiscounter Lidl wird erneut erpresst. Der Täter verlangt eine höhere Summe. Er hatte anonym vor versuchter Marmelade und Babynahrung in Berliner Lidl-Filialen gewarnt. Bislang wurde aber noch kein Gift gefunden.

HB BERLIN. Einem Polizeisprecher zufolge fehle von dem Täter jede Spur. Manipulierte Gläser seien bislang nicht entdeckt worden – weder bei Laboruntersuchungen, noch von Lidl-Kunden, sagte der Sprecher am Sonntag. Die Kriminalpolizei in Heilbronn – Lidl hat seinen Stammsitz im baden-württembergischen Neckarsulm – nimmt den Fall nach eigenen Angaben ernst. Der Handelsriese war schon mehrmals Ziel von Erpressern.

Theoretisch könnten in dem jüngsten Fall verunreinigte Produkte schon verkauft worden sein. Laut Polizei war das anonyme Erpresserschreiben am Freitag bei Lidl eingegangen. Darin habe der Täter erklärt, vergangenen Dienstag und Mittwoch in insgesamt 9 nicht näher bezeichneten Berliner Lidl-Filialen verunreinigte Gläser platziert zu haben. Lidl veröffentlichte daraufhin am Freitag in Absprache mit der Polizei eine Produktwarnung für Marmelade und Babynahrung in seinen Berliner Läden. Andere Lidl-Filialen in Deutschland seien nicht betroffen, erklärte die Polizei.

Um jedes Risiko zu vermeiden, hatte sich Lidl entschieden, alle Gläser mit Marmeladen und Babynahrung aus seinen 100 Berliner Geschäftsstellen zu nehmen. Käufer der mutmaßlich betroffenen Ware wurden gebeten, die Produkte zurückzubringen oder bei der Polizei abzugeben.

Die Polizei prüft, ob ein Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch gegen Lidl in Hamburg besteht. Nach dem Eingang eines Erpresserschreibens im Januar hatte sich der Urheber Presseberichten zufolge nicht mehr bei dem Unternehmen gemeldet. Er soll 1 Mill. Euro verlangen.

Wegen Erpressung der Supermarktkette hatte das Landgericht Heilbronn einen Mann Ende 2005 zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er wollte mittels manipulierter Lidl-Produkte den Konzern zur Herausgabe von 1,2 Mill. Euro nötigen, wurde aber letztlich geschnappt.

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