Noch keine Festlegung und kein Schließungsprogramm
Bei Karstadt-Quelle steht alles auf dem Prüfstand

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle erwägt Medienberichten zufolge die Schließung von bis zu 30 Filialen und den Abbau von bis zu 4000 Arbeitsplätzen. Ein Firmensprecher wies die Berichte jedoch zurück.

HB ESSEN. Die Konzernführung stehe in Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite, es gebe aber keine konkreten Zahlen zu Stellenabbau oder Schließungen, sagte Sprecher. Der neue Vorstandschef Christoph Achenbach hat sich „100 Tage Zeit für eine Bestandsaufnahme erbeten, und die wird er auch nutzen“. Der Sprecher betonte, dass auch in anderen Bereichen wie dem Versandhandel Einschnitte anstehen könnten: „Alles steht auf dem Prüfstand.“

Am Montag traf sich Achenbach mit den obersten Führungskräften des Konzerns. Bei der der internen Sitzung sollten sie unter anderem mit den Rahmenbedingungen für die Zukunft des angeschlagenen Unternehmens vertraut gemacht werden. Um konkrete Sparmaßnahmen gehe es bei der Sitzung, zu der auch der neue Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Middelhoff erwartet wurde, aber nicht, sagte ein Sprecher.

Die Aktien von Karstadt-Quelle profitierten am Montag zunächst von den Presseberichten. Die Papiere des Warenhauskonzern verteuerten sich in einem eher leicht anziehenden Markt zeitweise um mehr als 4 % auf 18,00 €.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet weiterhin, dass ein Drittel der insgesamt 47 000 Beschäftigten von den Kostensparmodellen betroffen sein könnten. Immer wieder andere Zahlen zu Stellenstreichungen resultierten aus unterschiedlichen Hochrechnungen der Sparkonzepte. Mit dem Einzug Middelhoffs in den Aufsichtsrat habe sich ein zielgerichteter Blick auf das Ergebnis abgezeichnet. Eine Verdi-Sprecherin wollte sich nicht an Spekulationen darüber beteiligen, welche Warenhäuser von einer Schließung bedroht sein könnten. „Sie werden alle auf ihren Anteil am Ergebnis geprüft“.

Karstadt-Quelle war nach einem schwachen Geschäftsjahr 2003 schlecht in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal war der Essener Konzern tief in die Verlustzone geraten. In den ersten drei Monaten 2004 erwirtschaftete die Gruppe bei einem Umsatz von 3,5 Mrd. € einen operativen Verlust von 171 Mill. €. Der Konzernverlust vergrößerte sich um mehr als das Vierfache auf 110 Mill. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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