Nonstop-Flüge von Ostasien in die USA verschärfen den Wettbewerb der regionalen Fluggesellschaften
Machtspiele am Pazifik-Himmel

Am Himmel über dem Pazifik wird es eng. Immer mehr asiatische Fluggesellschaften bieten Nonstop-Flüge von Ostasien in die USA an.

FRANKFURT/M. Als Pionier hat sich Singapore Airlines (SIA) profiliert. Sie ist eine der profitabelsten Fluggesellschaften der Welt und hat im Februar den ersten Nonstop-Linienflug von Singapur nach Los Angeles eingerichtet. Auch die 18-Stunden-Strecke von Singapur nach New York fliegt SIA inzwischen täglich.

Die Konkurrenz reagiert: Seit dem 1. Juli fliegt Cathay Pacific täglich die Route Hongkong-New York. Thai Airways International will im Juni 2005 von Bangkok aus New York, Chicago und andere US- Städte anfliegen. Malaysia Airlines zieht Nonstop-Flüge von Kuala Lumpur nach New York in Erwägung.

Thai-Airways-Chef Thanong Bidaya und seine Kollegen zielen mit ihren Angeboten vor allem auf die wohlhabende SIA-Geschäftsklientel aus Managern und Unternehmern, die oft zwischen den USA und Asien pendeln. Der Nonstop-Flug von Bangkok nach New York dauert nur 15 bis 17 Stunden.

Doch Analysten wie Chris Sanda von DBS Vickers in Singapur bezweifeln, dass sie SIA gefährlich werden können: Geschäftsleute aus Singapur würden kaum den Umweg über Bangkok machen. „Und auf Langstrecken zählen Komfort und Qualität“, sagt ein Analyst, „da hängt SIA die Thais, die auf Touristentransport spezialisiert sind, ab.“

Die Singapurer sehen die schärfste Konkurrenz aber längst nicht mehr in erster Linie in Cathay oder der australischen Qantas. Der größte Konkurrent kommt inzwischen aus dem Nahen Osten: Die noch junge Emirates Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten „unterbietet SIA faktisch auf allen Routen um 200 Dollar“, sagt ein Insider. Die Araber haben ihre Präsenz im Pazifik- und Transatlantik-Geschäft kräftig ausgebaut.

Dieser „preisaggressivste Anbieter“ in der Region schmerzt auch Qantas. Trotz eines Gewinnsprungs – Qantas erwirtschaftete 2003/04 einen Rekord-Reingewinn von 648,4 Mill. australischen Dollar (rund 380 Mill. Euro) – wetterte Konzernchef Geoff Dixon über „Regierungen und Herrscherfamilien im Nahen Osten, die Dollar-Milliarden in ihre Luftfahrtindustrie pumpen“. Emirates, die zur Hälfte im Besitz der Emir-Familie ist, hat 45 Mega-Jets A380 im Wert von 19 Mrd. Dollar geordert.

Doch Berichte, dass die Erzrivalen Qantas und SIA deshalb zusammenrücken, etwa bei Ausbildungs- und Wartungszentren für den A 380, zweifeln Experten an: „Schwer vorstellbar, dass die australischen Wettbewerbsbehörden eine Verflechtung SIA-Qantas erlaubten“, sagt Peter Harbison, Chef der Consultants Centre for Asia Pacific Aviation.

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