Norwegen Streik von zwei Piloten setzt SAS unter Druck

Zwei Piloten streiten sich mit SAS um Arbeitszeiten und Bezahlung – klingt zuerst nach einem kleinen Unternehmenskonflikt, bringt die Fluggesellschaft aber in Bedrängnis. Hunderte Kollegen drohen mit einer Solidaraktion.
Update: 13.09.2017 - 19:46 Uhr Kommentieren
Zwei Gewerkschaften, die 559 Piloten der Airline in Norwegen vertreten, haben Arbeitsniederlegungen angekündigt. Quelle: Reuters
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Zwei Gewerkschaften, die 559 Piloten der Airline in Norwegen vertreten, haben Arbeitsniederlegungen angekündigt.

(Foto: Reuters)

OsloEin Ministreik von zwei Piloten in Norwegen bringt die skandinavische Fluggesellschaft SAS in Bedrängnis. In Erwartung zusätzlicher Arbeitsniederlegungen kündigte das Management für Donnerstag die Streichung von rund 100 Flügen in dem Land an. In dem Streit mit den beiden Flugkapitänen geht es um Bezahlung und Arbeitszeiten. Sollte es zu keiner Einigung kommen, haben bereits zwei Gewerkschaften, die 559 SAS-Piloten in Norwegen vertreten, Solidaraktionen angekündigt.

SAS-Chef Rickard Gustafson ist eigens nach Norwegen gereist, um einen größeren Arbeitskampf zu verhindern. „Das Unternehmen ist in einer schwierigen Position, und ein Konflikt könnte für uns sehr gravierend werden“, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Die spektakulärsten Airline-Pleiten
2017: Air Berlin
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Mit Air Berlin hat die zweitgrößte Airline Deutschlands Insolvenz angemeldet. Die Pleite bahnte sich seit längerem an: Das Unternehmen mit rund 8.600 Beschäftigten schrieb seit Jahren Verluste und hielt sich hauptsächlich durch Finanzspritzen ihres Großaktionärs Etihad noch in der Luft. Am Freitag drehte die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate den Berlinern aber den Geldhahn zu. Mit dem Kredit von 150 Millionen Euro stellt nun der Bund den Flugbetrieb vorerst sicher.

Harter Wettbewerb
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Air Berlin ist kein Einzelfall. Die goldenen Zeiten der Luftfahrt sind seit der Liberalisierung des Marktes, die in den 1980er-Jahren einsetzte, vorbei. Seitdem regiert ein knallharter Wettbewerb die Lüfte. Auch die Branchenkrise nach den Anschlägen des 11. September 2001 und das Aufkommen der Billigflieger sorgen dafür, dass viele bekannte Airlines in die Pleite gerutscht sind.

1991: Pan American Airways
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Wie kein zweites Unternehmen stand „Pan Am“ für das glamouröse Jet-Zeitalter. 1927 flogen die ersten Postflugzeuge unter dem Namen zwischen Florida und Havanna. Schnell wurde das Unternehmen zu einer der größten US-Fluggesellschaften. Die Airline war eine der ersten, die Interkontinentalflüge anbot, und setzte zahlreiche Standards in der zivilen Luftfahrt. Das blau-weiße „meatball“-Logo von Pan American genießt bis heute Kultstatus.

1991: Pan American Airways
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In den 1980er-Jahren begann der Stern von Pan Am zu sinken. Durch die Deregulierung des US-Marktes kamen zahlreiche Konkurrenten auf. 1988 wurde über dem schottischen Lockerbie eine Maschine durch einen Terroranschlag zum Absturz gebracht, was das Vertrauen der Öffentlichkeit erschütterte. 1991 folgte die Übernahme durch Delta Air Lines.

1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
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Auch TWA gehörte zu den Pionieren der Luftfahrt. Gegründet 1930 als „Transcontinental and Western Air“, machte der exzentrische Milliardär Howard Hughes („The Aviator“) das Unternehmen zur zeitweise größten Airline der Welt. Hinter Pan Am war TWA die inoffiziell zweite Flaggschiff-Gesellschaft der USA. 1985 kaufte der Investor Carl Icahn TWA.

1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
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In den 1990er-Jahren musste TWA zwei Mal in kurzer Folge Gläubigerschutz beantragen. 1996 starben beim Absturz einer Boeing 747 über dem Atlantik 230 Menschen. Die stark geschrumpfte Airline kam 2001 wieder in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von Konkurrent American Airlines übernommen.

2001: SwissAir
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1931 gegründet galt die Airline wegen ihrer finanziellen Stabilität lange als „fliegende Bank“. Aufgrund der politischen Neutralität der Schweiz konnte SwissAir zahlreiche lukrative Ziele in Afrika und im Nahen Osten anfliegen.

Die Gewerkschaften wollen, dass die Piloten zu ähnlichen Konditionen arbeiten wie die Kollegen in Dänemark und Schweden. Unter anderem geht es ihnen um zwei freie Wochenenden im Monat und mehr Vorhersehbarkeit bei den Einsatzzeiten. Gustafson stellte sich dem entgegen: „Die Forderungen der Piloten würden dazu führen, dass unsere Kosten in Norwegen um 20 bis 25 Prozent steigen. Das können wir nicht akzeptieren.“ Der Konzernchef forderte zugleich, dass der staatlich bestimmte Mediator nach zwei erfolglosen Verhandlungsrunden sich weiter um eine Lösung bemüht. Der SAS-Hauptsitz ist in Schweden.

  • rtr
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