Norweger bleiben auf Rücjnahmeautomaten sitzen
Dose beflügelt Hersteller von Pfandcoupons

Der Wirrwarr um das Dosenpfand lässt beim norwegischen Automatenhersteller Tomra den Gewinn einbrechen. Da sich die deutschen Getränkehändler nicht auf ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem einigten, blieb der Osloer Konzern auf seinen Rücknahmeautomaten sitzen.

cs DÜSSELDORF.Der Gewinn fiel im dritten Quartal um 25 % auf 60,4 Mill. Kronen (8,6 Mill. Euro), der Umsatz gab um 8,9 % auf 652 Mill. Kronen nach.

Von der seit Jahresbeginn geltenden Rücknahmepflicht für Dosen- und Einwegflaschen hatte sich der börsennotierte Konzern zahlreiche Aufträge versprochen. 35 000 bis 40 000 Automaten, so errechneten Experten, würden gebraucht, um zwischen Flensburg und Berchtesgaden ein flächendeckendes Einweg- Sammelsystem zu errichten. Als Deutschlands Marktführer mit einem Anteil von 80 % sahen sich die Norweger in der Pole-Position.

Doch weil ein einheitliches System bis heute fehlt, scheuen Händler die Investition in die über 15 000 Euro teuren Automaten. Gerade einmal einen Großauftrag für 200 Stück erhielt Tomra in Deutschland.

Schlimmer noch hat es den thüringischen Wettbewerber Prokent getroffen. Weil die erhofften Aufträge ausblieben, meldete das Ilmenauer Unternehmen Insolvenz an. Seit September gehört der Leergut- Spezialist dem Paderborner Konzern Wincor-Nixdorf.

Profiteur der automatenfreien Rücknahme ist Giesecke & Devrient (G&D). Die Münchener Firma druckt die aufwendig mit Wasserzeichen und Metallfaden versehenen Pfandcoupons, die beim Rücknahmesystem von Vfw zum Einsatz kommen. Geordert sind laut G&D zunächst 12 Mill. Stück. Während eine automatische Dosenrücknahme 4 bis 6 Cent kosten würde, liegt der Preis allein für die G&D- Wertmarke bei etwa 1,8 Cent.

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