Notfallplan vorbereitet
Bahn rast auf massiven Streik zu

Der größte Streik im deutschen Bahnverkehr seit mehr als 15 Jahren scheint unausweichlich. Zwar versucht Bahnchef Hartmut Mehdorn den Streik mit massiven Drohungen zu verhindern und auch die Bundesregierung rief eindringlich zum Verzicht auf, doch die Lockführer-Gewerkschaft zeig sich unbeeindruckt. Die Bahn feilt nun an einem Notfallplan.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Deutsche Bahn rast ungebremst auf den größten Streik ihrer Geschichte zu. Schon am Mittwoch müssen Reisende bundesweit mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Manfred Schell, drohte am Wochenende, den Zugverkehr in ganz Deutschland lahmzulegen. Bahnchef Hartmut Mehdorn kündigte Schadenersatzklagen an und schloss Suspendierungen einzelner Lokführer nicht aus. Die Bundesregierung rief eindringlich zum Streikverzicht auf. Auch die Industrie zeigte sich äußerst besorgt.

Am Montagmittag will die GDL in Frankfurt am Main das Ergebnis der Urabstimmung bekanntgeben. Schell rechnet mit mindestens 90 Prozent Zustimmung zu einem Arbeitskampf. Nach weiteren gegenseitigen Angriffen am Wochenende scheint es kaum noch Chancen auf eine friedliche Lösung zu geben. Die Gewerkschaft, die 31 Prozent mehr Lohn und einen eigenen Tarifvertrag fordert, hatte am Freitag ein neues Gesprächsangebot der Bahn zurückgewiesen und eine Frist bis Dienstag für die Vorlage eines verhandlungsfähigen Angebots gesetzt.

Mehdorn, der die Forderungen erneut als irrwitzig zurückwies, sagte: „Wenn durch illegale Aktionen der Bahn ein Millionenschaden entsteht, dann wollen wir den ersetzt haben.“ Zugleich drohte er, streikende Lokführer sofort vom Dienst zu suspendieren, wenn sie bei ihren Aktionen die Sicherheit des Bahnbetriebs gefährdeten: „Wer seinen Zug auf freier Strecke stehen lässt, wie es einige Lokführer bei ihren jüngsten Warnstreiks getan haben, gefährdet alle.“

GDL-Chef Schell nannte die Drohung „völlig unsinnig“ und kündigte an, bei einem Streik den Zugverkehr in ganz Deutschland lahmzulegen: „Wir werden länger streiken, als es der Bahn lieb ist.“ Bundesweit würden 12 000 Lokführer zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Gewerkschaft werde aber weder illegale Aktionen durchführen noch die Sicherheit der Reisenden gefährden.

Seite 1:

Bahn rast auf massiven Streik zu

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%