Notverkäufe in Griechenland
Fraport liebäugelt mit Flughafen Athen

Der Flughafenbetreiber ist neben dem Heimatflughafen Frankfurt an zwölf weiteren beteiligt, etwa in Dakar, Delhi, Kairo, Lima und Petersburg. Jetzt zeigt das Unternehmen Interesse am Athener Flughafen.
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Berlin/FrankfurtNach der Ankündigung Griechenlands, noch in diesem Jahr staatseigene Unternehmen zu verkaufen, meldet die Fraport AG erstmals offiziell Interesse am Flughafen Athen an. „Sollte Griechenland seine Flughäfen privatisieren, würden wir uns das als einer der größten Flughafenbetreiber weltweit natürlich anschauen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte dem Handelsblatt. „Um genaueres zu sagen, müssten wir aber zunächst die Konditionen kennen.“

Der Athen International Airport (AIA) gehört zu 55 Prozent dem griechischen Staat. 40 Prozent hält der Baukonzern Hochtief, der den Flughafen auch betreibt. Fraport selbst ist neben dem Heimatflughafen Frankfurt an zwölf weiteren beteiligt, etwa in Dakar, Delhi, Kairo, Lima und Petersburg.

„Wir engagieren uns dort, wo wir Einfluss auf das Management haben, damit wir unser Wissen einbringen können und wo Strukturenticklungen nötig sind“, sagte Schulte. Er setzt damit die von seinem Vorgänger Wilhelm Bender eingeleitete Internationalisierung des größten deutschen Flughafenbetreibers weiter voran.

Der Grund: Das Unternehmen kann im Ausland einfach schneller wachsen als in der Heimat, wo jahrelange Genehmigungsverfahren und Streit über den Ausbau wie etwa in Frankfurt neue Umsatzchancen stark eingrenzen.

Wie stark das Auslandsgeschäft derzeit wächst, zeigt der Blick in den jüngsten Quartalsbericht. Mit seinen direkten Beteiligungen in Antalya und Lima erzielte das Unternehmen in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 81,6 Millionen Euro. Das Plus lag bei beachtlichen 16,4 Prozent.

Schulte will den Kurs offensichtlich fortsetzen. „Derzeit interessieren wir uns für Brasilien“, sagte Schulte. Dort sollen Flughäfen wie die in Brasilia und Sao Paulo privatisiert werden. Dies sei notwendig, da sich die Flughäfen wegen des starken Wirtschaftwachstums zu Engpässen entwickelten, sagte Schulte.

„Wir denken, dass es für die Regierung dort sehr interessant sein könnte, mit uns zu kooperieren“, sagte er. „Weiter interessieren wir uns auch für Flughäfen in Puerto Rico und China.“

Aber auch in Europa setzt Schulte auf Wachstum. „Athen, Madrid, Barcelona und vielleicht der ein oder andere Flughafen in England wären sicher interessant in Europa“, sagte er.

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