Wohl kein Pferdefleisch nach Deutschland importiert

NRW-Ministerium
Wohl kein Pferdefleisch nach Deutschland importiert

Der Skandal weitet sich aus: Tausende Briten haben ahnungslos Lasagne mit als Rind deklariertem Pferdefleisch gegessen, das aus Rumänien kommen könnte. Hinweise auf Importe nach Deutschland gibt es bislang keine.
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Paris/LondonDer Skandal um als Rind deklariertes Pferdefleisch in Großbritannien zieht immer weitere Kreise. Der britische Umweltminister Owen Paterson schließt eine internationale kriminelle Verschwörung nicht aus und stellt sich auf „weitere schlechte Nachrichten“ ein. Die schwedische Lebensmittelaufsicht ermittelt gegen den Tiefkühlkonzern Findus.

In Frankreich nahmen nach Medienberichten sechs Supermarktketten Lasagne und andere Fertiggerichte aus dem Sortiment. In Deutschland verschärfte das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium die Produktkontrollen. Hinweise auf betroffene Waren in Deutschland gebe es laut Aldi Nord bisher keine, twitterte am Sonntag das Bundesverbraucherschutzministerium, das die Länder zuvor bereits aufforderte, ihre Kontrollen zu verstärken.

Rumänien leitete eine Untersuchung von Schlachthöfen ein, wo das Pferdefleisch hergekommen sein soll. Es war den Behörden in Lasagne-Packungen aufgefallen. Darin waren nach Angaben der britischen Lebensmittel-Aufsicht FSA bis zu 100 Prozent Pferdefleisch. Erste Spuren führen zu einem französischen Produzenten, der Fleisch unter anderem aus Rumänien bezieht. Erst Ende kommender Woche erwartet die FSA darüber Klarheit, in welchem Umfang Pferdefleisch in Fertigkost gelangt ist. Begonnen hatte der Fall Mitte Januar mit dem Fund von Pferdefleisch-Spuren in Produkten in Irland.

Die britische Polizei hat bislang keine Ermittlungen aufgenommen. Hersteller wurden aber verpflichtet, ihre Rindfleisch-Produkte zu testen. Der Discounter Aldi in Großbritannien gab an, dass zwei Fertigprodukte eines französischen Herstellers zu 30 bis 100 Prozent aus Pferdefleisch bestanden hätten.

Umweltminister Paterson sagte am Sonntag: „Ein Produkt als Rindfleisch zu verkaufen, was sehr viel Pferdefleisch enthält, ist Betrug.“ Möglicherweise handle es sich aber auch nur um einen Fall von eklatanter Inkompetenz. Ein gesundheitliches Risiko des Verzehrs von Pferdefleisch sei indes bisher nicht festgestellt worden.

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Ermittlungen gegen Findus

Kommentare zu "Wohl kein Pferdefleisch nach Deutschland importiert"

Alle Kommentare
  • Lieber Ludwig500,

    der Begriff Finanzheuschrecken ist Ihnen bekannt? Dann können Sie sich vorstellen, wie es möglich sein kann, dass über die Grenze hinaus dieses Fleisch trotz Kontrolle nach Europa geliefert wurde? Warum die Franzosen noch nicht die Nummer der Lieferung gefunden haben. Auf der rumänischen Seite steht doch klar, dass die exportierte Ware nach der Kontrollnummer abgegrenzt wurde, bleibt nur abzuwarten, ob auch in dem Land des Sonnenkönigs die Glückzahl gefunden wird :-) Bis zu dem Zeitpunkt kann man nur von Pferd erzählen. Übrigens, wollen Sie erfolgreich sein, empfehle Ihnen eine Feldforschung, neben Marktforschung. So könnte man richtig die Nase vorne haben :-)

  • Zur Aufklärung:

    FSA bedeutet in diesem Fall = Food Standard Authority

    nicht zu verwechseln mit

    FSA = Financial Services Authority

    Vielleicht hätte der Autor das im ersten Moment mal ausschreiben sollen. Mal ganz davon abgesehen ist es eine grosse Schweinerei was da passiert ist. Aber die Menschheit ist selber schuld, wir spielen mit dieser Geiz-ist-geil-Mentalität in die Karten dieser skrupellosen Geschäftemacher.

  • Eine Tragödie wie aus dem Historiengemälde: Germanen (Engländer) essen romanisches (französisches/rumänisches) Pferdefleisch. Ohne dass sie es wissen. Ist doch gesund, sagen diese Gallier. Betrug! Fleisch vom heiligen Tier, zürnen die Germanen.

  • Die Frage ob das "falsche Rindfleisch" objektiv hochwertiger ist - kann dahingestellt bleiben. Entscheidend ist daß in der Verpackung das drin ist was draufsteht.
    Wer den Verbraucher da hinter's Licht führt betrügt und basta.

    Im Übrigen wirft der Fall nur ein weiteres Mal ein bezeichnendes Licht auf unsere Konsumgewohnheiten. Pferdefleisch ist nicht etwa "billiger" weil es "weniger wert" ist - sondern weil das Pferd heute "Kuscheltierstatus" erreicht hat.
    Was mit Rindern und Schweinen auf dem Weg zu "Döner und Pizza" passiert wird verdrängt und ausgeblendet - Hauptsache das Tier das man schon mal gestreichelt hat darf an Altersschwäche sterben und landet nicht auf dem Teller.

  • Auch auf die Gefahr hin, rumänenfeindlich rüberzukommen, aber unter Pferdefleisch von dort stelle ich mir keine Delikatesse, sondern Fleisch von kranken, alten Tieren kurz vor´m Abdecker vor.

  • @Streicher

    Seh ich genauso,
    was immer die Rumänenen da untergejubelt haben.
    Bei der Verarbeitungsfirma in Frankreich kamen da ja nicht ein paar Kilo an, sondern LKW-Ladungen.
    Dort muss doch beim Ausladevorgang ein Fachmann sein der das Ausladen überwacht, die Ware überprüft und feststellt ob alles in Ordnung ist.
    Es ist wenig glaubhaft, dass man also beim Verarbeiter den Unterschied von Pferdefleisch und Rindfleisch nicht gemerkt haben will.
    Es ist ganz offensichtlich, dass der Verarbeiter in den Betrug involviert sein muss.

  • Um zum nächsten Pferdemetzger zu gelangen, bin ich 30 Kilometer unterwegs. Pferdefleisch ist ein tolles Fleisch. Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass man ein so leckeres Fleisch Menschen im Discounter verkauft.

    Die Leute essen aber beim Asiaten Kängurufleisch, was qualitativ weit hinter Pferdefleisch zurücksteht. Und die Engländer? Ja mein Gott, was wissen die Engländer schon von guter Küche. Schade um das gute Pferdefleisch...

  • Ich nehme an ,dass dieses rumänische Pferdefleisch (wenn nicht Gammelfleisch) billiger war als Rindfleisch etwa aus Deutschland, Frankreich ...... Da hat sich jemand sicherlich einen satten Gewinn in die Tasche gesteckt im Namen der EU-Freihandelszone. Ich esse wenig Fleisch und wenn dann nur Biofleisch aus meiner Region.

  • Das kommt davon, wenn man seine Lieferanten allein über den Preis auswählt.

  • Ach Gottchen - sollen das Inhaltsverzeichnis aktualisieren und den Verkaufspreis verdoppeln, da es sich ja nun um Delikatessen handelt :-)

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