Nun auch Verhandlungen Lufthansa-Tui gescheitert
Fusion der Ferienflieger ist gescheitert

Die seit über einem Jahr andauernden Bemühungen der deutschen Luftfahrtbranche, aus den Airlines Germanwings, Tuifly und Condor eine überlebensfähige deutsche Billig- und Ferienfluggesellschaft zu schaffen, sind vorerst geplatzt. Die Lufthansa hat bestätigt, dass die Gespräche nicht weitergeführt werden.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die seit über einem Jahr andauernden Bemühungen der deutschen Luftfahrtbranche, aus den Airlines Germanwings, Tuifly und Condor eine überlebensfähige deutsche Billig- und Ferienfluggesellschaft zu schaffen, sind vorerst geplatzt. Nachdem diverse Bündniskonstellationen bereits im Ansatz gescheitert sind, kommt nun auch die bis zuletzt noch angestrebte Ehe zwischen der Lufthansa-Enkelin Germanwings und Tuifly, der Flugmarke des Reisekonzerns Tui, nicht zustande.

Lufthansa habe die Gespräche gestern für beendet erklärt, hieß es in Verhandlungskreisen. Details wollte die größte deutsche Fluggesellschaft nicht nennen. "Da wird vorerst nichts mehr geschehen", heißt es im Umfeld von Lufthansa. Ein Tui-Sprecher dementierte dagegen gestern ein offizielles Ende der Verhandlungen. Wie aus Verhandlungskreisen zu hören ist, gab es Differenzen über die Bewertung beider Unternehmen sowie wichtige strategische Entscheidungen. So habe sich Tui nicht auf einen von der Lufthansa geforderten Stellenabbau einlassen wollen. Auch über die Zukunft der Flugzeugwartung in Hannover, der Heimatbasis der unter der Marke Tuifly operierenden Airlines Hapagfly und HLX, habe es unterschiedliche Auffassungen gegeben.

Außerdem habe Tui auch nach einer Fusion weiterhin über einen Teil der Flugzeugflotte für Charterflüge von Pauschalurlaubern bestimmen wollen, was Lufthansa abgelehnt habe. Über diese Differenzen seien die Gespräche praktisch eingeschlafen, hieß es.

Lufthansa und Tui verhandelten seit gut einem Jahr über ein Zusammengehen ihrer Low-Cost-Airlines. Im Frühsommer war zusätzlich der nach Tui zweitgrößte europäische Reisekonzern Thomas Cook, der zu knapp 53 Prozent dem Arcandor-Konzern gehört, in die Gespräche einbezogen worden. Ziel war ein "Dreierbündnis" unter Einbeziehung der Cook-Airline Condor. An der früheren hundertprozentigen Lufthansa-Tochter ist die Kranich-Airline noch mit knapp 25 Prozent beteiligt. Eine solche Fusion sollte den deutschen Heimatmarkt gegenüber aggressiven ausländischen Low-Cost-Wettbewerbern wie Ryanair oder Easyjet abschirmen. Von ihrer Größe, ihren Flotten und ihren Streckennetzen gelten die drei deutschen Gesellschaft allein auf die Dauer nicht als überlebensfähig.

Cook stieg aber Ende September wieder aus den Fusionsgesprächen aus. Das Bündnis sei aus Konzernsicht nicht attraktiv gewesen, erklärte Cook-Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa. Damit zog sich Condor-Cook bereits das zweite Mal aus Fusionsgesprächen zurück. Im Herbst des letzten Jahres hatte Arcandor-Chef Thomas Middelhoff groß für eine Verbindung von Condor mit Air Berlin, der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, getrommelt. Nachdem Air Berlin, wie Cook an der Londoner Börse notiert, beim Aufbau eines interkontinentalen Langstreckenfluggeschäfts im Frühjahr in massive Schwierigkeiten geriet, wurden diese Pläne rasch beerdigt.

In Branchenkreisen wird gemunkelt, dass Tui nun versuchen werde, mit Air Berlin einig zu werden, wobei einige Branchenkenner die Logik einer solchen Verbindung in Zweifel ziehen. Bei Air Berlin hieß es, alle Airlines seien ständig im Dialog. Was daraus werde, sei völlig offen. ek/jkn

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