Nuon-Übernahme
Riskanter Befreiungsschlag

RWE-Chef Harry Roels geht in die Offensive. Er will den niederländischen Versorger Nuon übernehmen. Sollte das Projekt scheitern, bekämen die vielen Kritiker des RWE-Chefs neue Munition.

DÜSSELDORF. Mit dem niederländischen Versorger Nuon nimmt der RWE-Vorstandschef Harry Roels zum ersten Mal in seiner gut dreijährigen Amtszeit die Übernahme eines größeren westeuropäischen Versorgers in Angriff. Der Schritt ist strategisch sinnvoll und könnte die Machtbasis des Niederländers im Konzern stärken. Sollte das Projekt aber scheitern, bekämen die vielen Kritiker des RWE-Chefs neue Munition.

Auf den ersten Blick überzeugt der Plan. Nuon würde gut zur Strategie des Essener Energiekonzerns passen. Das Versorgungsgebiet des niederländischen Unternehmens grenzt an das Stammrevier des in Nordrhein-Westfalen verwurzelten Konzerns. RWE verfügt in den Niederlanden zudem bereits über ein kleines, aber feines Vertriebsgeschäft.

Vor allem aber hat der Konzern im Nachbarland bereits Investitionen angestoßen, die mit der Übernahme von Nuon erst so richtig Sinn machen. RWE will rund 1,5 Milliarden Euro in den Bau eines modernen Steinkohlekraftwerks stecken. In Rotterdam beteiligen sich die Essener am Bau eines Hafens zur Anlandung von Flüssiggas. Und die Kuppelstellen zwischen dem niederländischen und dem deutschen Stromnetz wollen sie ebenfalls ausbauen.

Auch finanziell macht das Vorhaben Sinn, was Analysten wohlwollend aufnehmen. Der RWE-Chef bleibt schließlich seiner Strategie treu, den Konzern mit Augenmaß voran zu bringen. Während Erzrivale Eon bereit ist, für den spanischen Versorger Endesa stolze 30 Milliarden Euro hinzublättern, wird die geplante Transaktion der RWE auf gerade einmal vier bis fünf Milliarden Euro geschätzt.

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