Nur einige wenige Unternehmensberater rechnen mit zweistelligem Umsatzplus
Im stagnierenden Beratermarkt hoffen die meisten auf 2005

Noch zu Jahresbeginn waren die Unternehmensberater Deutschlands optimistisch, dass das Jahr 2004 die Trendwende bringen könnte. Mittlerweile ist bei einigen Firmen Ernüchterung eingetreten – andere stellen sich auf zweitstellige Zuwachsraten ein.

tel FRANKFURT. „Wenn der Markt in Deutschland einigermaßen stabil bleibt, ist das schon ein Erfolg“, sagt beispielsweise Roland-Berger-Chef Burkhard Schwenker im Gespräch mit dem Handelsblatt (siehe auch Nachgefragt). Weltweit erwartet er, dass die Beraterbranche um ein bis zwei Prozent wächst. Davon soll auch seine Firma profitieren, bei der rund 70 Prozent der Projekte international ausgerichtet sind.

Ähnlich nüchtern schätzt Rémi Redley, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU, die Lage ein. Der Verband, der vor allem mittlere und kleine Beratungsfirmen vertritt, erwartet erst im vierten Quartal eine leichte Belebung. „Mit einer Stabilisierung – nicht Belebung – in Deutschland rechnen wir 2005“, sagt Redley, der vor allem die politische Situation hier zu Lande für die schlechte Wirtschaftslage in Deutschland verantwortlich macht. Sie bremse gerade mittelständische Unternehmen.

Zudem hat die Diskussion um die Vergabe öffentlicher Aufträge an Berater am Jahresanfang dazu geführt, dass Ministerien und öffentliche Verwaltungen manches Projekt verzögert haben, sagt Klaus–Peter Gushurst, Sprecher der Geschäftsführung von Booz Allen Hamilton. Die sechsgrößte deutsche Strategieberatung ist wie die Nummer zwei, Roland Berger, stark im so genannten Public Sektor aktiv. „Die Diskussion um Gerster und die öffentliche Auftragsvergabe war schlecht für die gesamte Branche“, sagt Gushurst.

Für den Gesamtmarkt ist er nicht sehr optimistisch, will aber mit Booz in diesem Jahr mindestens zehn Prozent zulegen – „vorausgesetzt, die Konjunktur erholt sich tatsächlich und die Nachfrage im Public Sektor zieht wieder an.“ Grund für Gushursts Zuversicht: Das Geschäft mit Krankenkassen und -häusern läuft gut, zudem ist man bei einigen Konzernen neu an Bord. Auch die Strategieberatung Bain und der Marktdritte Boston Consulting Group sind für die eigene Geschäftsentwicklung deutlich optimistischer als Roland Berger; beide peilen ein zweistelliges Umsatzwachstum an.

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