Nur leichtes Umsatzplus: Deutscher Einzelhandel ist enttäuscht von 2013

Nur leichtes Umsatzplus
Deutscher Einzelhandel ist enttäuscht von 2013

Das schwächste Umsatzplus seit vier Jahren: Der deutsche Einzelhandel konnte im vergangenen Monat auch mit dem Weihnachtsgeschäft nicht mehr ausreichend aufholen. Grund dafür ist nicht zuletzt die schwache Konjunktur.
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BerlinDie schwache Konjunktur hat 2013 das Geschäft der deutschen Einzelhändler belastet. Trotz der eigentlich guten Konsumstimmung fuhren die Firmen nur das niedrigste Umsatzplus seit dem Rezessionsjahr 2009 ein, weil die Bürger unter anderem mehr Geld für Energie und Mieten ausgeben mussten. Die Erlöse der Händler kletterten wohl zwischen 1,6 und 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. In den Jahren 2010 bis 2012 gab es jeweils ein Umsatzwachstum von über zwei Prozent. Die Konjunktur in Deutschland schrammte Anfang 2013 knapp an einer Rezession vorbei und dürfte insgesamt nur um rund 0,5 Prozent zugelegt haben - weniger als in den Jahren zuvor.

Wegen der zunehmenden Beschäftigung sind die Voraussetzungen für den Einzelhandel eigentlich bestens: In Deutschland sind derzeit so viele Menschen in Lohn und Brot wie nie zuvor, die Inflation ist gering und niedrige Zinsen macht Sparen unattraktiv. Die von den GfK-Marktforschern gemessene Konsumstimmung stieg deshalb 2013 stetig und erreichte vor kurzem den höchsten Stand seit über sechs Jahren. Davon profitieren zumindest Online- und Versandhändler besonders stark, während die klassischen Anbieter schlechter wegkommen.

Der Anteil des privaten Konsums, der bei den Händlern landet, geht seit der Jahrtausendwende spürbar zurück. Zuletzt investierten die Verbraucher wegen der günstigen Bauzinsen verstärkt in Immobilien. "Die Leute müssen auch mehr Geld für Energie und Mieten ausgeben", sagte Geschäftsführer Kai Falk vom Handelsverband HDE. "Das schlägt zu Buche und belastet die Kaufkraft im Einzelhandel." Zudem dürften die Arbeitnehmer 2013 erstmals seit dem Höhepunkt der Finanzkrise unter dem Strich weniger Geld in der Tasche gehabt haben. Denn trotz der niedrigen Inflation von 1,5 Prozent stiegen die Preise schneller als die Löhne, weil die Firmen vielfach Sonderzahlungen strichen.

Dennoch setzt der Einzelhandel Jahr für Jahr große Hoffnung in den Schlussspurt vor Weihnachten. Hier lief es anfänglich besser als erwartet. Im November stieg der Umsatz um 1,5 (real 1,4) Prozent zum Vormonat. Das war jeweils der stärkste Zuwachs seit Januar 2013. Von Reuters befragte Analysten hatten hier nur mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. "Damit stehen die Chancen gut, dass das Weihnachtsgeschäft die Erwartungen erfüllt hat", sagte Falk. Der HDE hatte zum Vorjahr ein Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 80,6 Milliarden Euro angepeilt. Ende Januar will der Verband Bilanz ziehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nur leichtes Umsatzplus: Deutscher Einzelhandel ist enttäuscht von 2013"

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  • Die Deutschen sind halt die Ärmsten in der Euro-Zone!
    Da ist kein Geld für Shoppen übrig!

  • Der Einzelhandel.... immer eine Lachnummer. Zahlen schlechte bis sehr schlechte Löhne, Billigkräfte räumen nachts die Regale ein und diese dummen Jungs wundern sich das immer weniger Geld zu einkaufen bleibt. Wenn ich mal so wenig Gehirnzellen habe wie die im den Führungsetagen des Einzelhandels werde ich mich erschießen

  • diesen realen Steigerungen basieren auf geschönte Inflationsquoten, also sieht die Wirklichkeit noch schlimmer aus. GfK Leute Clowns aus Nürnberg haben es erneut nicht geschafft, die verrauschten Konsumzombies in die Kaufhäsuer zu treiben. Aber im Nov. 2014 geht es weiter, und das HB wird natürlich brav mitspielen.

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