Nur noch Minderheitsanteil angestrebt
Metro lässt Praktiker nur halbherzig ziehen

Der deutsche Handelsprimus Metro hat sich nach monatelangem öffentlichen Nachdenken dafür entschieden, seine Praktiker-Baumärkte an die Börse zu bringen. Doch es ist durchaus möglich, dass Metro im letzten Moment noch einen Rückzieher macht.

HB DÜSSELDORF. „Die Metro hat heute entschieden, einen Börsengang der Vertriebslinie Praktiker zu forcieren und beabsichtigt, die Mehrheit ihrer Praktiker-Aktien abzugeben“, teilte der Handelskonzern am Donnerstag in Düsseldorf nach einer Aufsichtsratssitzung mit. „Die Pläne für einen Verkauf von Praktiker werden zunächst nicht weiter verfolgt“, ergänzte ein Konzernsprecher. Die Vorbereitungen für einen Börsengang seien bereits weit fortgeschritten. Aus dem Umfeld des Unternehmens war der 18. November für eine Erstnotiz der Praktiker-Aktie in Frankfurt genannt worden.

Metro hatte bisher als Optionen für Praktiker einen Verkauf, einen Börsengang sowie einen Verbleib in der Gruppe genannt. Nachdem in der Vergangenheit Gespräche mit strategischen Investoren – darunter dem US-Baumarktgiganten Home Depot – ergebnislos geblieben waren, hatte sich die Reihe der Kaufinteressenten gelichtet. Wie es in Verhandlungskreisen hieß, war zuletzt allein noch die britische Beteiligungsgesellschaft Permira im Rennen.

Zwei Mitglieder des Aufsichtsrats, die nicht genannt werden wollten, sagten der Nachrichtenagentur Reuters allerdings, eine endgültige Entscheidung über Praktiker sei in der Sitzung noch nicht gefallen. Die Debatte im Kontrollgremium sei kontrovers geführt worden. „Es gibt eine favorisierte Lösung, aber keine endgültige Entscheidung“, sagte Aufsichtsrat. Für die Arbeitnehmervertreter ist der Börsengang in jedem Fall die bevorzugte Lösung. „Wir haben einen Heidenrespekt vor Heuschrecken“, hieß es in Aufsichtsratskreisen der Arbeitnehmerseite.

Praktiker selbst erklärte, die Baumarktkette strebe eine Notierung im Prime Standard an der Frankfurter Börse an. „Der Börsengang ist eine große Chance für Praktiker. Ein Börsengang wird Praktiker in die Lage versetzen, die Internationalisierung des Geschäfts noch schneller als bisher voranzutreiben“, sagte der Vorstandschef der Baumarktkette, Wolfgang Werner.

Die Auslandsexpansion ist für Praktiker extrem wichtig. Denn mehr noch als die 277 deutschen Märkte dürften die 61 Praktiker-Baumärkte in Südosteuropa für die Investoren von Interesse sein. „Sie bringen zwar nur 23 Prozent des Umsatzes“, sagt Praktiker-Chef Werner, „aber 58 Prozent des Betriebsgewinns.“

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