Nur noch Neueröffnungen
Spanier investieren im Ausland

Mit der Strategie „weg vom spanischen Markt“ reagieren spanische Multis wie Inditex auf den Konsumeinbruch, der in Spanien so scharf ausfällt wie in kaum einem anderen Land Europas. Denn erfolgreich sind in der Krise nur die spanischen Unternehmen, die über starke Standbeine im Ausland verfügen.

MADRID. Der größte europäische Textileinzelhändler und Mutterkonzern der Marke Zara meldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum um fünf Prozent oder um acht Prozent ohne Währungseinflüsse. Der Gewinn ging aber um 16 Prozent auf 184 Mio. Euro zurück. Inditex liefert sich weltweit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem US-Konzern GAP um den Spitzenplatz der Gesamtbranche.

Analysten hatten angesichts des schwachen spanischen Marktes, wo Inditex 2008 ein Drittel seiner Verkäufe realisierte, mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. Das Umsatzwachstum „im ersten Quartal und in den ersten fünf Wochen des zweiten Quartals ist deutlich besser als von uns erwartet und zeigt Inditex‘ Überlegenheit gegenüber dem restlichen spanischen Bekleidungsmarkt“, so Analyst Richard Edwards von Citi.

Das hat der Modegigant aus Galizien vor allem seinen internationalen Aktivitäten zu verdanken. Zwar wollte Konzernchef Pablo Isla keine detaillierten Angaben zu den einzelnen geographischen Gebieten machen, doch „der Trend habe sich seit 2008 nicht verändert“, erklärte er. Letztes Jahr hatte sich Spanien schlechter als die restlichen Märkte entwickelt, die Verkäufe hatten stagniert.

Die Abhängigkeit vom spanischen Markt soll künftig noch mehr verringert werden. Schon jetzt hat Inditex sein Hauptstandbein im restlichen Europa mit 45 Prozent Umsatzanteil. Neue Läden sollen vor allem im Osten entstehen, um „eine Balance zwischen West- und Osteuropa herzustellen“, erklärten die Inditex-Chefs. Wachsen wollen die Galizier zudem in Asien, wo bisher zehn Prozent des Umsatzes erzielt werden.

Inditex konnte seine Netto-Cash-Position im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr verbessern und verfügt über 872 Mio. Euro, womit das Unternehmen Spielraum für seine internationalen Expansionspläne hat. Von den 95 neuen Läden, die die Modekette im ersten Quartal aufmachte, liegen nur vier in Spanien. Etwa 98 Prozent der 400 in diesem Jahr geplanten neuen Läden werden außerhalb der Heimat sein.

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