Nutella-Hersteller Warum Ferrero Werbung für Palmöl macht

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Ein Verzicht käme Ferrero teuer zu stehen
Das sind die größten Lebensmittelhersteller der Welt
Platz 10: Smithfield
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Der Konzern ist der weltgrößte Schweinefleischproduzent und -lieferant mit Firmensitz in Virginia. 2013 hat die chinesische Staatsfirma Shuanghui das Unternehmen übernommen.

Quelle: Konzernatlas 2017

Platz 9: General Mills
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Auf dem neunten Platz der umsatzstärksten Unternehmen liegt der US-Lebensmittelkonzern mit Sitz in Golden Valley, Minnesota. In Deutschland bekannt ist unter anderem die Eiskremesorte Häagen-Dazs.

Platz 8: Danone
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Das französische Unternehmen ist der Rivale des schweizerischen Lebensmittelgiganten Nestlé. Der Lebensmittelproduzent ist in Deutschland durch das Joghurtgetränk Actimel oder durch seine bunten Verpackungen von den Fruchtzwergen bekannt. Der Konzern hat am Ende des Jahres 2016 die EU-Genehmigung für die Übernahme des US-Bio-Rivalen Whitewave erhalten.

Platz 7: Unilever
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Der niederländische Lebensmittel- und Kosmetikriese ist in Großbritannien durch den Brotaufstrich Marmite bekannt. In Deutschland finden sich von dem Unternehmen bekannte Marken wie Becel, Bertolli, Langnese, Lipton oder Knorr. 2016 kaufte der Konzern die US-Ökofirma Seventh Generation auf, um der Nachfrage nach ethischen Produkten in der Haushaltssparte nachzukommen.

Platz 6: Kraft Heinz
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Auf Platz sechs findet sich das US-amerikanische Unternehmen Kraft Heinz mit Sitz in Pittsburgh, das bei uns besonders durch den Tomaten-Ketchup bekannt ist. Der Konzern ist 2015 aus der Fusion von Kraft Foods und Heinz Company hervorgegangen.

Platz 5: Mondelez
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Der Lebensmittelriese mit Sitz in Deerfield, Illinois, ist Hersteller der in zahlreichen Ländern vertriebenen Schokolade mit in goldgelb verpackten Bergen. 2016 gab es in Großbritannien einen Aufschrei wegen der zackigen Süßigkeit. Der Konzern stellt unter anderem auch so bekannte Marken wie Milka und Oreo her.

Platz 4: Mars
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Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Virginia nimmt den vierten Platz in der Weltrangliste der Lebensmittelhersteller ein. Es stellt die bekannten Marken Balisto, Bounty, M&M’s, Milky Way oder den gleichnamigen Schokoriegel Mars her. Der Konzern stellt neben Süßigkeiten auch Tiernahrung her.

Hohe Temperaturen werden bei der Raffination von Palmöl eingesetzt, um die natürliche rote Farbe des Öls zu entfernen und seinen Geruch zu neutralisieren. Ferrero nutzt nach eigenen Angaben aber ein Verfahren, dass Temperaturen unter 200 Grad und einen extrem niedrigen Druck kombiniert, um Kontaminationsstoffe zu minimieren. Dieses Verfahren dauert länger und kostet 20 Prozent mehr als das Verfahren mit hohen Temperaturen, wie Ferrero erklärt. Der Anteil an GE werde damit so stark verringert, dass diese kaum mehr nachgewiesen werden könnten.

Auch andere Lebensmittelkonzerne wie Unilever und Nestlé verwenden Palmöl in ihren Produkten, aber kein anderer großer europäischer Nahrungsmittelkonzern fährt so starke Geschütze auf, wenn es darum geht, den Einsatz von Palmöl zu verteidigen. Der Süßwarenhersteller habe „Hunderttausende von Tests“ auf unerwünschte Stoffe bei dem von ihm verwendeten Palmöl und den fertigen Produkten gemacht, so Ferrero.

Die Verteidigungstaktik scheint nicht von ungefähr zu kommen: Im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende August 2016 fiel der Umsatz mit Nutella in Italien um rund drei Prozent – in den letzten vier Monaten 2016 zog er wieder um vier Prozent an. Die weltweiten Umsätze mit Nutella blieben von der EFSA-Warnung ungetrübt und legen nach Angaben des Unternehmens um jährlich fünf bis sechs Prozent zu. Insgesamt setzte Ferrero im vergangenen Geschäftsjahr zehn Milliarden Euro um, wozu Nutella zwei Milliarden beitrug.

Ferrero fürchtet aber offenbar nicht nur um Textur und Geschmack seines beliebten Aufstrichs. Palmöl ist in Nutella seit der Erfindung in den 1960er-Jahren enthalten. Seit 2013 wird der Aufstrich nur noch mit Palmöl aus rückverfolgbarer nachhaltiger Produktion hergestellt.

Ein Wechsel zu einem anderen Pflanzenöl könnte die Italiener teuer zu stehen kommen. Denn Palmöl ist bei Preisen von rund 800 Dollar das günstigste Pflanzenöl verglichen mit Sonnenblumenöl, das 845 Dollar die Tonne und Rapsöl, das 920 Dollar die Tonne kostet. Ferrero setzt pro Jahr rund 185.000 Tonnen Palmöl ein, ein Ersatz durch andere Öle könnte das Unternehmen demnach jährlich zwischen acht und 22 Millionen Dollar zusätzlich kosten.

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