Öffnung für private Investoren
Italiens Postchef hofft auf Börsengang

Der Vorstandsvorsitzende der Poste Italiane, Massimo Sarmi, setzt künftig auf neue Dienstleistungen und High-Tech. Die geplante Börsennotierung soll helfen, den Konzern zukunftsfähig zu machen.

MAILAND. Nach der französischen Post erwägt auch die Poste Italiane den Einstieg externer Aktionäre: "Ich kann mir gut vorstellen, uns externen Aktionären zu öffnen", sagt Massimo Sarmi, der Vorstandsvorsitzende der Poste Italiane dem Handelsblatt. Ähnlich wie es in Frankreich diskutiert wird, könnten sich zunächst private Investoren direkt beteiligen und später ein Börsengang folgen. "Ich sehe den IPO als die natürliche Evolution der Privatisierung", sagt Sarmi. "Ein Teil der Aktien müsste an die Mitarbeiter gehen", stellt er klar.

Poste Italiane ist eine Aktiengesellschaft, sie gehört zu 100 Prozent dem italienischen Staat. Über einen Börsengang wurde bereits mehrfach spekuliert. Unter der neuen Regierung von Silvio Berlusconi könnte das Thema diesmal aber konkret werden.

Im jüngsten Haushaltsplan der Regierung ist explizit von einer möglichen Privatisierung der Post die Rede. "Die Tatsache, dass der Haushaltsplan die Poste Italiane erwähnt, zeigt, dass der Wille besteht, das Thema anzugehen", sagt Sarmi. "Sobald der Aktionär entscheidet, sind wir soweit", macht der Postchef klar. Den Wert des Unternehmens sieht er bei deutlich über zehn Mrd. Euro - das war seine Bewertung vor zwei Jahren.

Tatsächlich hat Poste Italiane seitdem das Ergebnis deutlich verbessert: Der Umsatz stieg von 16 Mrd. Euro in 2005 auf 17,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Der Gewinn kletterte von 349 Mill. Euro in 2005 auf 844 Mill. Euro. Mit einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 15,5 Prozent ist die italienische Post dreimal so rentabel wie die Deutsche Post. Am meisten Rendite bringen mit einer Ebit-Marge von 31 Prozent die Finanzdienstleistungen, die 44 Prozent des Umsatzes ausmachen. Das klassische Paket- und Brief-Geschäft kommt dagegen nur auf zwei Prozent Rendite und die anderen Dienstleistungen auf zwölf Prozent.

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