Oerativer Gewinn erwartet
Condor wieder im Aufwind

Die Flugtochter Condor des Reisekonzerns Thomas Cook blickt ein Jahr nach dem Neuaufbau im Billigsegment wieder zuversichtlich in die Zukunft. Das Geschäftsjahr 2004/05 will man trotz erheblicher Mehrkosten mit einem positiven Ergebnis abschließen.

HB FRANKFURT. Für den Sommer 2006 erwägt Cook-Flugvorstand und Condor-Chef Ralf Teckentrup bereits wieder zusätzliche Kapazitäten. Wenn Condor vollständig saniert sei und einen auskömmlichen Gewinn erwirtschafte, seien auch Überlegungen über Kooperationen mit anderen Fluggesellschaften möglich.

„Wenn wir die Condor dort hin bekommen, wo wir sie hinhaben wollen, dann ist das ein Edelstein, so wie sie früher schon mal ein Edelstein war“, sagte Teckentrup am Mittwoch am Konzernsitz in Oberursel bei Frankfurt. „Dann müssen wir sehen, wie wir die Zusammenarbeit mit Dritten weiterentwickeln“, fügte er hinzu. Auch Lufthansa, mit 50 % an Cook beteiligt und ehemals alleiniger Eigner der Condor, spiele dann für solche Überlegungen eine Rolle. Zunächst gehe es aber darum, Condor wieder profitabel zu machen.

Auf die in Branchen- und Finanzkreisen seit Monaten diskutierte Zukunft des Cook-Konzerns, einer gemeinsamen Tochter von Lufthansa und KarstadtQuelle, ging Teckentrup nicht ein. Als denkbar gelten ein Verkauf oder eine Aufteilung des Konzerns. Teckentrup war zwischenzeitlich als neuer Cook-Chef im Gespräch. Vor wenigen Wochen wurde dann überraschend der frühere T-Online-Chef Thomas Holtrop als Nachfolger des im November ausscheidenden Wolfgang Beeser berufen.

Zur weiteren Kostensenkung bei Condor sollen bereits vom November an niedrigere Provisionen für die Reisebüros beitragen. Wie Marktführer TUI werde wahrscheinlich auch Condor den Reisebüros die Provisionen für den Verkauf von Flugtickets ganz streichen. Die Reisebüros müssen dann von ihren Kunden zusätzliche Serviceentgelte verlangen.

Condor müsse für ein geplantes operatives Ergebnis von bis zu 15 Mill. € im laufenden Jahr (bis 31. Oktober) annähernd 60 Mill. € Mehrkosten ausgleichen, sagte Teckentrup. Allein 45 Mill. € seien durch die unverändert hohen Treibstoffpreise bedingt. Weitere zwölf Mill. € seien durch die Folgen des Seebebens im Dezember in Südasien entstanden.

Das Condor-Management geht davon aus, dass neben bereits eingeleiteten Maßnahmen wie Tarifkürzungen und zusätzliche Einzelplatzverkäufe zur besseren Auslastung keine weiteren Einschnitte notwendig sind. Im Herbst wolle Condor bereits bis zu 100 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Im Sommer 2006 könnten zwei bis drei neue Flugzeuge zu den bisher 36 Maschinen hinzukommen.

Teckentrup räumte ein, Condor habe die für diesen Sommer geplanten Kerosinzuschläge bei Pauschalreisen in den Verhandlungen mit Reiseveranstaltern nicht durchsetzen können. Auch der konzerneigene Veranstalter Neckermann hatte weitere Zuschläge auf die Reisepreise abgelehnt.

Condor habe binnen zwei Jahren seine Stückkosten um mehr als zehn Prozent gesenkt, sagte er. Aus einem operativen Verlust von 100 Mill. € im 2002/2003 können mittelfristig ein Gewinn von 80 bis 90 Mill. € werden. Condor war vor zwei Jahren maßgeblich für die Krise bei Thomas Cook verantwortlich, als das Unternehmen Ende 2003 kurz vor dem Ruin stand. Im laufenden Geschäftsjahr will der Cook-Konzern erstmals seit vier Jahren wieder einen Gewinn ausweisen.

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