Österreich
Aldi-Tochter eröffnet Benzinpreiskrieg

In Österreich tobt ein Benzinkrieg. Mit drei neuen Tankstellen im Großraum Salzburg hat Hofer, eine Tochter der deutschen Discounter-Kette Aldi, den Preiskampf an der Zapfsäule eröffnet. Ein Liter Aldi-Super kostete zwischenzeitlich nur knapp 60 Cent. Die Konkurrenz bläst nun gemeinsam zum Gegenangriff.

WIEN. Sogar noch spät in den Abendstunden bilden sich kilometerlange Staus bis hinüber auf die deutsche Seite. Im beschaulichen Salzburg, wo es allenfalls im Spätsommer während der Festspiele etwas enger werden kann, herrscht Chaos auf den wichtigsten Ausfallstraßen. Am Montag steht die Stadt Kopf. Ein ungewöhnlicher Benzinpreiskrieg hält die Mozartstadt in Atem.

Im Großraum Salzburg hat Hofer, die österreichische Tochter der deutschen Discounter-Kette Aldi, zu Wochenbeginn ihre ersten drei Tankstellen eröffnet. Hofer betreibt die Zapfsäulen zusammen mit einem Partner, dem Tankstellenbetreiber Free Energy (FE) Trading des in der Alpenrepublik recht bekannten früheren Autorennfahrers Markus Friesacher. Die ersten drei Tankstellen in Salzburg sind ein Versuch. Wenn das Geschäft dort gut läuft, sollen in Österreich mehr als 100 Hofer-Tankstellen eröffnen. Landesweit betreibt die Aldi-Tochter 420 Filialen.

Salzburg ist bewusst für den Start ausgewählt worden. Die Stadt liegt dicht an der Grenze zu Bayern. Günstige Benzin-Preise an einer Discount-Tankstelle locken selbstverständlich auch viele deutsche Autofahrer an. Allein schon wegen der unterschiedlichen Mineralöl-Besteuerung sind Kraftstoffe auf der österreichischen Seite 20 bis 30 Cent pro Liter günstiger.

FE-Chef Friesacher will den Liter Benzin aber auch für österreichische Verhältnisse günstig anbieten - zwei bis drei Cent unter dem Preis der Markenkonkurrenz von Shell oder OMV. Damit das Konzept auch wirtschaftlich aufgeht, spart er beim Personal: Die Hofer-Zapfsäulen kommen komplett ohne Tankwart aus, bezahlt wird mit Kredit- oder EC-Karte.

Am Montag, als die Hofer-Tankstellen öffnen, gibt es eine spektakuläre Gegenreaktion der etablierten Konkurrenz. "Innerhalb von Minuten ist die OMV unter den Einkaufspreis gegangen", ärgert sich Friesacher. Bis zum Abend gibt es in und um Salzburg einen munteren Benzinpreiskrieg: Hofer und FE reagieren auf die Attacken der Großen und senken ebenfalls die Preise. Abends erreicht der Diesel-Preis mit 51 Cent je Liter den Tiefstand, Super und Normal kosten um die 60 Cent.

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