Österreichische Fluglinie spart
Aua kämpft gegen die Uhr

Der Vorstand der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (Aua) reagiert mit neuen Sparanstrengungen auf die anhaltenden Verluste im operativen Geschäft. Auf einer zweitägigen Klausur des Vorstands mit dem Führungskreis und den Vorsitzenden der Belegschaftsvertretungen sei „eine Fülle von Maßnahmen“ eingeleitet worden, teilte der Konzern gestern mit.

FRANKFURT. Details wollte die Airline-Gruppe (Austrian, Lauda Air, Austrian Arrows) nicht ennen. Offiziell hieß es lediglich, die Beschlüsse dienten zur „Verbesserung der Kostenposition sowie interner Abläufe“. Branchenexperten gehen davon aus, dass dabei insbesondere über einen Abbau der Personalkosten diskutiert wurde.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ hatte der neue Konzernchef Alfred Ötsch zuvor angekündigt, die Gehälter der 5 500 Aua-Mitarbeiter in einen fixen und einen variablen Teil – gekoppelt an den Unternehmenserfolg – aufteilen zu wollen. Man habe keine Zeit mehr, andere Maßnahmen auszuprobieren, hatte Ötsch dabei betont. Bei einem Gesamtpaket werde sich der Vorstand nicht ausnehmen, so der Konzernchef weiter. Die Gehälter der Aua-Vorstände, die zu den bestverdienenden Managern in Österreich zählen, gerieten kürzlich auf der Hauptversammlung des Unternehmens ins Kreuzfeuer: Deren Bezüge seien im Vorjahr erhöht worden, obwohl Aua für 2005 einen Konzernverlust von 130 Mill. Euro auswies, wurde offen kritisiert.

Kaum im Amt, hat der frühere Siemens-Manager Ötsch alle Hände voll zu tun, die Sanierung der staatlich gelenkten Airline-Gruppe voranzubringen. Auf der Hauptversammlung hatte er die Lage der Firma als „ernst, aber nicht hoffnungslos“ bezeichnet. Dabei teilen Branchenexperten die Ansicht gut informierter Finanzkreise, dass Ötsch die Zeit davonzulaufen droht. „Es wird ein Kampf gegen die Uhr. Die Aua muss radikal saniert werden – wenn es nicht schon zu spät ist“, sagte ein Airline-Chef. Während Billigflieger die Ticketpreise nach unten drücken und die Umsatzseite belasten, sorgt der anhaltend hohe Ölpreis für immer neue Rekorde bei den Treibstoffkosten. Deshalb hält der Sinkflug der Aua – trotz diverser Sanierungsprogramme – unvermindert an: Im ersten Quartal 2006 fiel das Minus mit 53,9 Mill. Euro (Ebit) höher aus als von Analysten erwartet.

Spekulationen über einen akuten finanziellen Engpass dementierte Aua gestern allerdings entschieden. Die Firma verfüge über eine „gute Liquiditätsbasis“ und benötige für die Abwicklung des laufenden Geschäfts kein frisches Geld aus einer Kapitalerhöhung, teilte Aua mit. Die Tageszeitung „Die Presse“ hatte am Wochenende unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, Aua benötige zur Aufrechterhaltung des Betriebs dringend Geld. Wann die in der Hauptversammlung genehmigte Kapitalerhöhung über 125 Mill. Euro kommen wird, ließ Aua gestern offen.

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