Österreichs Post
Paketgeschäft sorgt für Gewinne

Gutes Jahr für Österreichs Post: Ein starkes Paketgeschäft und Einsparungen im Filialnetz haben Österreichs Post im vergangenen Jahr mehr Gewinn beschert - trotz rückläufigem Briefgeschäft.
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Wien

Österreichs Post sieht weiteren schwierigen Jahren entgegen. Das rückläufige Geschäft mit Briefen werde weitere Einsparungen und einen Personalabbau notwendig machen, sagte Post-Chef Georg Pölzl am Dienstag vor Journalisten. "Der Strukturwandel bei der Post geht weiter. Dem müssen wir uns stellen", sagte er. Weitere 800 Menschen werden im laufenden Jahr den Ex-Monopolisten verlassen müssen und das eigene Filialnetz soll weiter ausgedünnt werden.

Seit Jahren kämpft die Post mit der Konkurrenz durch E-Mails, wegen der die Volumina im Briefgeschäft sinken. Diesen Trend spüren auch die Deutsche Post und TNT.

Die Deutschen machten aber schon 2010 den Großteil ihre Gewinns im Express- und Logistikgeschäft. Die Österreicher indes erzielen noch immer nahezu den gesamten Gewinn im Briefgeschäft.

Nach einem Rückgang von 2,5 Prozent im vergangenen Jahr erwartet Pölzl 2011 ein weiteres Schrumpfen im Briefmarkt. Das durch den Konjunkturaufschwung wachsende Geschäft mit Paketen und Werbesendungen sollte diesen Umsatzrückgang aber kompensieren können. Ein bis zwei Prozent Umsatzwachstum sollten daher möglich sein. Eine operative Marge von zehn bis zwölf Prozent wird angestrebt, nach 11,1 Prozent im vergangenen Jahr.

Dafür muss die Post weiter an der Kostenschraube drehen. Von den derzeit knapp 25.000 Mitarbeitern müssen weitere 800 gehen.

An die 200 der derzeit 1850 eigenen Filialen sollen geschlossen und Apotheken, Banken und Gemeindeämter als Post-Partner gewonnen werden.

2010 knüpfte die Post aber wieder an das vor der Krise erreichte Gewinnniveau an: Unter dem Strich wurde der Gewinn um 48,5 Prozent auf 118,4 Millionen Euro gesteigert. Analysten hatten nur mit 108 Millionen gerechnet. Für die Aktionäre soll es von dem Ex-Monopolisten eine um zehn Cent auf 1,60 Euro erhöhte Dividende geben. Die Dividenden-Rendite von 7,2 Prozent war Börsianern zufolge auch der Grund dafür, dass sich die Aktie der Talfahrt des ATX-Index weitgehend entziehen konnte: Die Post-Aktie verlor 0,4 Prozent auf 22,115 Euro, während es für den Wiener Index rund drei Prozent abwärtsging.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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