Oetker-Jahreszahlen
Leichter Seegang, toller Umsatz

Der Bielefelder Konzern hat heute einen guten Grund zum Feiern. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz des Familienunternehmens um mehr als neun Prozent zu. Das verdankt Oetker vor allem seiner größten Sparte im Haus.
  • 0

Bielefeld, DüsseldorfPizza und Pudding, Sekt und Bier, Banken, Bücher, Schiffe und Luxushotels: Der gigantische Oetker-Konzern, der seit 2010 vom Urenkel des Gründers geführt wird, hat im vergangenen Jahr mehr als 11 Milliarden Euro umgesetzt. In Bielefeld teilte Richard Oetker heute mit, dass die Erlöse seines Unternehmens 2012 um 9,3 Prozent zugelegt haben.

Insgesamt gehören zu dem Familienunternehmen, das weltweit mehr als 26.000 Mitarbeiter beschäftigt, mehrere hundert Betriebe verschiedener Branchen. So wird auch ein Großteil im Ausland erwirtschaftet; 2012 gut 68,2 Prozent des gesamten Umsatzes. In Deutschland wurden gut 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Dabei setzte das Familienunternehmen jeden zweiten Euro (5,46 Milliarden Euro) mit der Reederei Hamburg Süd um. Zur Ertragslage der Sparte äußert sich Oetker traditionell nicht. Die Frachtraten seien aber weiter unter Druck, räumte Oetker ein und beklagte „hohe Treibstoffkosten“. Das Ergebnisniveau „fast aller Reedereien“ sei „nach wie vor unbefriedigend“.

Zuwächse erzielte der Nahrungsmittelbereich (2,1 Milliarden Euro), der rund 23 Prozent der Umsatzerlöse beisteuert, und ein kleines Plus gab es auch bei der Sektkellerei Henkell und Deutschlands größter Brauereigruppe Radeberger.

„Die Oetker-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen“, so Oetker in einer Pressemitteilung. Über den Gewinn gibt es wie immer keine Informationen, aber der Konzern ist seit Ende 2012 unter dem Strich schuldenfrei.

Oetker will sogar zukaufen – wenn es denn nur Gelegenheiten gäbe. „Wir sind immer auf der Schau nach neuen Gelegenheiten für Akquisitionen“, sagte Richard Oetker. Kein Wunder: Die Kasse ist mit einer Milliarde Euro gut gefüllt - und die Wachstumspläne ehrgeizig. In den kommenden zehn Jahren will er den Umsatz verdoppeln. Die Gewinnrücklagen stiegen 2012 um 288 Millionen Euro auf knapp 2,5 Milliarden Euro - beste Voraussetzungen also, um zuzukaufen. Richard Oetker: „Wir wollen allerdings nur in Bereichen akquirieren, in denen wir schon tätig sind.“

Kommt kein Zukauf zustande, hat Oetker das Geld anderweitig verplant: Bis 2016 will er dann alle länger laufenden Bankschulden ablösen, um Zinsen zu sparen. Offenbar hat Oetker mit seinem konservativen Kurs Fortune: Selbst Hamburg Süd habe trotz der Krise der Reedereien und der vorerst gescheiterten Fusion mit Hapag Lloyd schwarze Zahlen geschrieben, sagte Finanzchef Ernst Schröder.

Ob es noch zu einer Fusion mit Hapag kommen könnte, ließ Oetker offen. Ein Ausstieg aus der Schifffahrt habe im Familienkreis aber nie zur Debatte gestanden, sagte er. Allerdings seien die anderen Konzernbereiche profitabler. Geld spülte auch in die Kasse, dass Oetker sich Ende 2012 von seiner Beteiligung an Douglas getrennt hat.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

Kommentare zu " Oetker-Jahreszahlen: Leichter Seegang, toller Umsatz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%