Offene Posten

Bahn-Aufseher wollen neue Vorstände im Juli wählen

Bei der Deutschen Bahn wurden zwei neue Vorstandsressorts geschaffen. Jetzt steht die Personalentscheidung für die Bereiche Güterverkehr und IT/Technik nach Handelsblatt-Informationen kurz bevor.
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Der Vorstandschef erhält bald neue Kollegen. Quelle: Reuters
Bahnchef Lutz

Der Vorstandschef erhält bald neue Kollegen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer Aufsichtsrat der Deutschen Bahn will auf einer Sondersitzung am 20. Juli Entscheidungen zur Besetzung der offenen Vorstandsposten treffen. Dies wurde im Umfeld des Gremiums am Mittwoch nach der regulären Aufsichtsratssitzung bekannt.

Besetzt werden sollen die neu geschaffenen Ressorts Güterverkehr und IT/Technik. Nach Handelsblatt-Informationen sind für beide Ressorts drei bis vier Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen. Das Technikressort wurde auf Druck von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geschaffen, der die Digitalisierung des Bahnkonzerns vorantreiben will.

Das Finanzressort wird seit dem Rücktritt des langjährigen Bahnchefs Rüdiger Grube im Januar vom neuen Vorstandschef Richard Lutz in Personalunion geführt.

Mit diesen Kontrolleuren hat sich Ex-Bahnchef Grube überworfen
Utz-Hellmuth Felcht
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Seit 2010 ist Utz-Hellmuth Felcht Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn. Damals berief ihn die schwarz-gelbe Bundesregierung auf den Chefposten im obersten Kontrollgremium. Der studierte Physiker galt lange als Vertrauter von Ex-Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Wie bei Rüdiger Grube verlief auch seine Vertragsverlängerung ziemlich holprig. Als Alexander Dobrindt (CSU) das Verkehrsressort übernahm, war die Fortsetzung seines Vertrag alles andere als selbstverständlich. Doch letztlich setzte sich Felcht als AR-Chef durch. Anders Rüdiger Grube. Der Bahnchef schmiss seinen Job hin, weil sich der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn seiner Meinung nach nicht an Absprachen gehalten haben soll. Grube wollte seinen Ende 2017 auslaufenden Vertrag eigentlich noch um weitere drei Jahre verlängern, der Aufsichtsrat bot ihm aber nur zwei Jahre. Verärgert zog sich Grube nun zurück.

Alexander Kirchner
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Kirchner ist stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Darüber hinaus steht er der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor. Als Gewerkschafter ist er darin geübt, Streit zu schlichten, zum Beispiel im Bahn-Tarifstreit im Jahr 2007. Doch zwischen Rüdiger Grube und dem Aufsichtsrat konnte wohl auch Kirchner am Ende nicht mehr vermitteln.

Michael Frenzel
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Der frühere Tui-Chef Michael Frenzel ist ebenfalls Mitglied im obersten Kontrollgremium der Deutschen Bahn. Zudem ist er Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft. In der Vergangenheit gehörte er auch schon anderen Aufsichtsräten an, etwa bei Volkswagen und der Nord LB. Er steht der SPD bis heute nahe.

Jürgen Großmann
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Jürgen Großmann gilt als Schwergewicht der deutschen Wirtschaft. Von 2007 bis 2012 war er Chef des Energieriesen RWE. Der Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding gehört derzeit auch dem Aufsichtsrat der Deutschen Bahn an. Großmann zählt immer noch zu den Top 100 der reichsten Deutschen. Einem Ranking des Manager Magazins zufolge betrug sein Vermögen im Jahr 2008 rund 1,35 Milliarden Euro. Während er für seinen Einsatz zur Sicherung des Stahlstandorts Georgsmarienhütte mit dem Courage-Preis ausgezeichnet worden ist, gibt es auch Kritik an der Arbeit des Bundesverdienstkreuzträgers 1. Klasse. Der Naturschutzbund Deutschland zeichnete ihn 2010 mit dem Negativ-Preis „Dinosaurier des Jahres Jahres“ aus, weil er sich für die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken eingesetzt hat.

Ingrid Hengster
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Die Managerin Ingrid Hengster ist seit 2014 im Vorstand der KfW. Darüber hinaus ist sie Mitglied des obersten Kontrollgremiums der Deutschen Bahn. Die erfolgreiche Bankerin aus Österreich sitzt auch im Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp. Mit dem Jahrgang 1961 zählt die Mutter eines Sohnes zu den jüngsten Mitgliedern des Bahn-Aufsichtsrats.

Jürgen Krumnow
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Der ehemalige Tui-Aufsichtsratschef und Controlling-Chef der Deutschen Bank Jürgen Krumnow kennt das Manager-Dasein. Ebenso wie nun Rüdiger Grube verabschiedete er sich vorzeitig bei der Deutschen Bank. Sein Vertrag wurde dort 1999 nicht verlängert, weil ihn Vorstandskollegen schlicht für überfordert hielten. Dabei arbeitete er mehr als 30 Jahre für Deutschlands größtes Geldhaus. Auch vom Posten des Tui-Aufsichtsratschef verabschiedet er sich 2009 früher als gedacht.

Johannes Schmalzl
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Der Ministerialdirektor im Bundesministerium der Finanzen gehört ebenfalls dem Aufsichtsrat der Deutschen Bahn an. Der FDP-Politiker wurde 2011 für den Posten des Generalbundesanwaltes vorgeschlagen, nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit dem brandenburgischen Generalstaatsanwalt Erardo Cristoforo Rautenberg zog er seine Kandidatur zurück.

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