Offener Brief an die Aktionäre

Tui will sich rasch von Hapag-Lloyd trennen

Tui will den Verkauf seiner Tochter Hapag-Lloyd möglichst schnell über die Bühne bringen. Im Machtkampf beim Reise- und Schifffahrtskonzern hat sich kurz vor der Hauptversammlung Anfang Mai jetzt der Vorstand in einem offenen Brief an die Aktionäre gewandt.
Der Tui-Vorstand um Michael Frenzel gibt sich unbeeindruckt vom Machtkampf der Großaktionäre. Foto: dpa Quelle: dpa

Der Tui-Vorstand um Michael Frenzel gibt sich unbeeindruckt vom Machtkampf der Großaktionäre. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB HANNOVER. Der Verkauf der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd genieße höchste Priorität und werde sich vor allem darauf konzentrieren, maximalen Wert für die Anteilseigner zu schaffen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Schreiben. Der Vorstand trat darin auch der Kritik des norwegischen Reeders und Großaktionärs John Fredriksen entgegen. Er hatte dem Aufsichtsrat mangelnde Kenntnis der Containerschifffahrt vorgeworfen und beansprucht selbst zwei Sitze in dem Gremium.

"Sie sollten sich darüber im klaren sein, dass unsere Verantwortung gleichermaßen den vor allem touristisch interessierten Anteilseignern gilt, die ein langfristiges Interesse an der Tui haben, wie auch den eher kurzfristig orientierten Anteilseignern, die ein Interesse an der zu veräußernden Schifffahrt haben", heißt es in dem Schreiben. Die Tui-Führung sei sich "des außerordentlichen strategischen und wirtschaftlichen Werts der Hapag-Lloyd für jede interessierte Partei voll und ganz bewusst." Sie fokussiere sich darauf, diesen Wert für die Anteilseigner zu erschließen.

Und weiter heißt es: "Wir versichern Ihnen, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt ausschließlich darauf konzentrieren, maximal Wert für alle Anteilseigner zu schaffen. Sobald wir dies erreicht haben, werden wir für eine ausgewogene Verwendung der Erlöse sorgen." Ende Mai oder Anfang Juni werde das Unternehmen Kontakt zu Interessenten aufnehmen. Tui-Vorstandschef Michael Frenzel will sich persönlich um die Abspaltung kümmern. Als Berater hat sich der Konzern die Deutsche Bank, Citigroup und Greenhill an Bord geholt.

Zu den aussichtsreichsten Bietern für die Schifffahrttochter zählt die Containerreederei Neptune Orient Lines (NOL), die bereits mehrfach ihr Interesse an Hapag-Lloyd kundgetan hat. Aus Sicht von Branchenexperten wäre ein Zusammenschluss der auf Transatlantik- und Europa-Asien-Routen spezialisierten Tui-Tochter mit der vor allem im Pazifik fahrenden NOL sinnvoll. In Finanzkreisen hieß es zuletzt jedoch, die Gespräche zwischen den beiden Reedereien lägen auf Eis.

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