Offener Brief
Lufthansa-Chef droht indirekt mit Jobabbau

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber droht Gewerkschaften und Mitarbeitern angesichts der Urabstimmung über einen Streik indirekt mit Stellenabbau. In einem offenen Brief an die Mitarbeiter bezeichnete der Chef der Fluggesellschaft die Tarifauseinandersetzung am Donnerstag als „völlig überflüssig und kontraproduktiv“ und als „gegebenenfalls sogar gefährlich“. Die Lufthansa mache zu wenig Gewinn.

rtr FRANKFURT. „Relativ gesehen ist unser Ergebnis immer noch zu schwach, denn ca. sieben Euro pro Passagier sind auf Dauer nicht ausreichend, um unser Wachstum zu finanzieren und Ihnen Arbeitsplatzsicherheit zu geben“, schrieb er in dem Brief an die Mitarbeiter. „Um es klar zu sagen: Nur profitable Arbeitsplätze sind sicher.“ Zu einer verantwortlichen Unternehmensführung gehöre auch, die Folgen der steigenden Treibstoffkosten und des rückläufigen Wirtschaftswachstums zu berücksichtigen.

Angesichts der Streikdrohung für das Boden- und Kabinenpersonal hatte die Lufthansa am Donnerstag Verdi aufgefordert, einer Schlichtung zuzustimmen. Das Unternehmen bekomme den möglichen Streik schon vor dessen Beginn zu spüren. Die Streikdrohungen hätten das Buchungsverhalten der Kunden negativ beeinflusst, hieß es am Mittwoch. Für Verdi kommt der Anruf eines Schlichters vorerst nicht in Frage. „Entweder Lufthansa ist bereit, ein akzeptables Angebot vorzulegen, oder sie sind ist es nicht, da hilft auch kein Schlichter“, sagte ein Sprecher. Verdi hatte die rund 50 000 betroffenen Mitarbeiter in Deutschland zu einer Urabstimmung über unbefristete Streiks aufgerufen, nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert waren. Die Abstimmung endet am Donnerstagabend, am Freitag will die Gewerkschaft das Ergebnis bekanntgeben.

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