Offshore
Windräder sollen Deutschlands Häfen retten

Deutsche Häfen setzen auf einen Boom der Windkraftanlagen auf hoher See – und investieren massiv in ihre Anlagen. Die Risiken sind aber genauso groß wie die Chancen. Zudem machen sie sich gegenseitig Konkurrenz.
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Cuxhaven/BremerhavenMeter für Meter rollen die drei Gefährte Richtung Meer. 25 Meter ist das Dreibein hoch, auf dem in Bälde ein gigantisches Windkraftrad rotieren soll. Und zwar auf hoher See. Hier in Cuxhaven ist der gelbe 500-Tonnen-Koloss  gebaut worden, direkt am Meer. Dutzende dieser Dreibeine stehen hier in Cuxhaven und warten auf ihren Transport. Gebaut wurden sie in einer riesigen Halle der Firma Bard direkt am Meer – bis zu 100 Stück im Jahr sind möglich.

Cuxhaven ist ein Touristen-Magnet. Doch ansonsten leidet die Stadt an der Elbmündung mit ihrer Kugelbake und der „Alten Liebe“, Deutschlands traditionsreichstem Pier. Kaum eine Stadt in Deutschland hat eine höhere Leerstandsquote bei Häusern. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Der Niedergang der Fischerei-Industrie hat Cuxhaven schwer getroffen.

Die Windkraft soll in den kommenden Jahren die Rettung bringen: „Der Bereich Offshore-Windenergie ist für den Standort Cuxhaven enorm wichtig. Der längst überfällige Strukturwandel ist eigentlich nur so durchführbar“, sagt der Vorsitzende der Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven, Hans-Peter Zint.

Der Bau der Schwerlastplattform für die Dreibeine war nur der Anfang. Im Jahr 2003 und entwickelten die Verantwortlichen einen Masterplan für Deutschlands größte Offshore-Basis. Kurz davor hat Cuxhaven den Wettbewerb um den Tiefwasserhafen gegen Wilhelmshaven verloren.

Die Windkraft wird zum Rettungsanker an der Küste. Bis 2012 werden 450 Millionen Euro in Cuxhavens neuen Hafenbereich gepumpt – 200 Millionen Euro kommen aus dem öffentlichen Sektor, 250 Millionen Euro von privaten Investoren. Direkt am Wasser entstehen neue Terminals, dahinter wurde 2010 eine große Fläche für die Produzenten erschlossen. Dazu gehört auch ausreichend Lagerplatz. Denn beim Aufbau von Windparks müssen alle Teile vorrätig sein, wenn das Wetter gerade mal mitspielt. Sonst entstehen kostspielige Wartezeiten.

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