Oft laufen Hersteller- und Handelsmarken vom selben Fließband
Markenartikler verkümmern zu Marketingfirmen

Die Produktion übernehmen Lohnhersteller, die Markenartikler selbst konzentrieren sich nur noch auf Vermarktung und Vertrieb.

cs DÜSSELDORF. Markenartikler und Eigenmarken-Anbieter werden sich immer ähnlicher. Denn längst schrumpft die Zahl der internationalen Markenkonzerne, die wie die Hamburger Beiersdorf das Produktionsgeschäft weitgehend in der eigenen Hand behalten.

Das jüngste Beispiel liefert die britisch-niederländische Unilever in Österreich. Nach Informationen des Fachdienstes „Key Account“ trennt sich der Marken-Multi dort gerade von seinen letzten Produktionsstätten. Während der Konzern sein Kuner-Werk bei Wien schließt, soll die Knorr-Fabrik im Laufe des Frühjahrs an die Landena KG in Stainach übergeben werden. Diese wird das aus Suppen, Saucen und Bouillon bestehende Knorr-Sortiment künftig in Lohnherstellung fertigen.

Doch nicht nur Unilever steht auf der Kundenliste von Landena. Von den Fließbändern des Unternehmens laufen gleichzeitig Handelsmarken, die für den Lebensmittler Hofer bestimmt sind – den österreichischen Ableger von Aldi Süd.

Für den Discounter arbeitet auch ein weiterer Hoflieferant von Unilever: die Spitz AG mit Betrieben in Linz und Attnang. Spitz, der seit langem auch Eigenmarken für Rewe und Tengelmann produziert, ist bereits Unilevers Abfüller von Lipton Eistee. Nun sollen weitere Marken des Konzerns hinzu kommen.

„Devertikalisierung“ heißt die Losung, der immer mehr Markenkonzerne folgen: Durch das Outsourcen der Produktion an Lohnhersteller spezialisieren sie sich auf das Marketing und den Vertrieb.

Wer indes noch Produktionsstätten besitzt, ist mitunter gezwungen, sie durch Aufträge unliebsamer No-Name-Anbieter auszulasten. So vertreibt der Emmericher Süßwarenhersteller Katjes Fassin schätzungsweise die Hälfte seiner Produktion unter der Handelsmarke „Sweetland“ in den Läden des Discountkönigs Aldi. Hinter den Aldi- Schokoladenmarken „Choceur“ und „Chateau“ vermuten Insider den Merci-Hersteller Storck, hinter dem Erlenbrunn-Sekt den Markenhersteller Deinhard aus dem Hause Dr. Oetker. Für sein Speiseeis „Grandessa“ hat Aldi die Nestlé-Tochter Schöller-Mövenpick unter Vertrag genommen.

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