Olaf Koch in der Start-up-Szene
Der Metro-Chef und der Insekten-Burger

Olaf Koch sucht die Nähe zu Start-ups, schließlich braucht die Metro Innovationen. Der Konzernchef selber war auch einmal Gründer. Regelmäßig lauscht er neuen Geschäftsideen. Ob es bald Insekten-Burger bei Real gibt?

DüsseldorfVor ein paar Tagen noch stand Metro-Chef Olaf Koch auf der Hauptversammlung im Rampenlicht. Nun hat er sich in der Bilker Garage, ein Start-up-Hub in einem düsteren Düsseldorfer Hinterhof, unauffällig unter die Gründerszene gemischt – ohne Krawatte versteht sich. Er nippt an grünem Apfel-Spinat-Kiwi-Saft mit Chia-Samen, eine Kreation des Düsseldorfer Start-ups Wowchia. Die wenigsten der jugendlichen Gründer mögen den Chef von 230.000 Mitarbeitern erkannt haben.

Dabei ist Koch einer von ihnen. Der Konzernchef gründete 1995 – kurz bevor das Internet seinen Durchbruch hatte – ein IT-Unternehmen. „Das waren andere Zeiten damals. Da gab es keine lebendige Start-up-Szene. Da ging man bestenfalls zur IHK, wenn man als Gründer Rat suchte. Aber eigentlich musste man sich selber helfen“, erinnert sich Koch im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er selbst habe damals gute, aber auch schmerzliche Erfahrungen gemacht.

Der Unterschied zu seiner Tätigkeit als Chef eines Großkonzerns? „Als Gründer ist man CEO und Hausmeister in einem. Man macht einfach alles – vom Einkauf über Produktion bis zum Vertrieb“, meint Koch. „Eine eigene Firma zu gründen, war eine gute Schule für mich. Alles ist unmittelbar: die Kundenbeziehung, die Entwicklung und Vermarktung der Produkte, aber eben auch die finanziellen Implikationen“, sagt der Metro-Chef rückblickend. Die Erfahrung im Tech-Sektor sei aber auch deshalb sehr lehrreich gewesen. Denn dort zeichnete sich schon damals ab, wie rapide und dynamisch die Veränderungszyklen werden würden.

20 Jahre später will Koch wieder vom Gründertum profitieren. Der Konzernchef hat keines der acht Start-up-Treffen, die die Metro mitorganisiert, bisher versäumt. „Denn da lerne ich immer spannende Geschäftsideen und interessante Menschen kennen. Jedes Mal habe ich etwas dazugelernt.“

Auch an diesem Abend gibt es Geschäftsideen zum Staunen. Das Start-up Bugfoundation aus Osnabrück etwa stellt den weltweit ersten Burger aus Insekten vor. „Die Welt ist im Moment ziemlich am Arsch“, starten die jungen Gründer locker flockig ihre Präsentation. 2050 wird es neun Milliarden Menschen geben. „Wie sollen wir die ernähren, ohne die Erde zu zerstören?“ Ihre Lösung: Insektenfleisch.

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