Olympische Sommerspiele
Adidas greift Nike an

Der Sportartikelhersteller Adidas greift den Marktführer Nike sportlich an. Adidas investiert im großen Stil in die Olympischen Sommerspiele in London. Nike holt indessen in einem anderen Bereich auf.
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London/MünchenDer Sportartikel-Hersteller Adidas will durch die Olympischen Sommerspiele 2012 in London Boden zum Branchenprimus Nike gutmachen. „Wir peilen in Großbritannien die Marktführerschaft bis spätestens 2015 an“, sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer vor Journalisten in London.

Momentan kommt Nike auf der Insel auf einen Marktanteil von 18 Prozent, Adidas auf 15 Prozent. Allerdings beinhalten diese Werte bei Nike nicht die Tochter Umbro, die etwa die englische Fußball-Nationalmannschaft ausrüstet, und bei Adidas nicht die Tochter Reebok.

Hainer sagte, die Olympischen Spiele würden von 2010 bis 2012 zusätzliche Erlöse von 100 Millionen Pfund bringen, umgerechnet rund 87 Millionen Euro. Damit ist das Großereignis zunächst eine Investition für den fränkischen Konzern. Denn alle Ausgaben im Zeitraum 2007 bis 2012 - etwa für die Lizenzrechte oder das Marketing - summieren sich ebenfalls auf 100 Millionen Pfund.

Hainer hofft, dass die Marke mit den drei Streifen dadurch in Großbritannien dauerpräsent ist und so in den nächsten Jahren auch in anderen Sportarten besonders gefragt sein wird. Das ist die Voraussetzung, um Nike auf dem dortigen Sportartikel-Markt, der ein Volumen von 4,3 Milliarden Pfund hat, zu überholen.

In Europa ist für Adidas Russland der größte Markt. Danach folgen, ohne dass die genaue Reihenfolge bekannt ist, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Adidas rüstet bei den Olympischen Spielen Tausende Athleten aus, darunter das komplette Team des Gastgebers. Auch alle Helfer und Funktionäre werden von den Deutschen eingekleidet. Adidas bietet in 25 der 26 Disziplinen Schuhe an. Ausnahme ist allein der Reitsport. Fanartikel wie London-2012-Shirts mit dem offiziellen Logo, aber ohne Bezug zur eigenen Marke, wird Adidas auch in Supermarktketten, Touristen-Shops sowie an Bahnhöfen und Flughäfen verkaufen.

Den Sportartikel-Herstellern wird nächstes Jahr auch die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine positive Geschäftsimpulse bescheren. Hainer sagte, im Fußball-Bereich sei noch keine Sättigung erkennbar. Dieser ist für den Dax-Konzern besonders wichtig, Nike holt hier allerdings auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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