Online-Angebote festigen Marktstellung: Discounter boomen im Internet-Handel

Online-Angebote festigen Marktstellung
Discounter boomen im Internet-Handel

Die großen deutschen Lebensmittel-Discountmärkte setzen sich auch im Internet durch. Wie eine aktuelle Sonderauswertung des Marktforschungsinstituts Nielsen/Netratings für das Handelsblatt zeigt, wachsen die Nutzerzahlen rasant. Doch das Plus könnte auf Kosten des stationären Handels gehen.

DÜSSELDORF. Nicht nur Plus und Lidl haben ihre Besucherzahlen binnen Jahresfrist um 24 bis 30 Prozent gesteigert, auch bislang im Web kaum wahrzunehmende Wettbewerber wie Penny oder Rewe haben Ende 2006 kräftig aufgeholt.

„Die Ergebnisse zeigen ganz klar, dass sich der Erfolg der Discounter aus der Offline-Welt im Internet fortsetzt“, sagt Johanna Hansen von Nielsen/Netratings. Neben Billigpreisen kommen dabei online immer stärker auch Serviceangebote zum Zuge, die im stationären Geschäft nicht zu finden sind. Dazu zählen bei fast allen Discountern Reisebuchungen, bei manchen steht den Internet-Kunden darüber hinaus ein Blumenservice zur Verfügung.

Die Drogeriemarktkette dm unterbietet im Internet sogar deutsche Apotheken. Nach einem umfangreichen Rechtsstreit hat sich die Kette mit der niederländischen Europa Apotheek Venlo verlinkt. Ihr Ziel: Deutschen Patienten will sie Arzneimittel preisgünstiger anbieten als der deutsche Wettbewerb. Solche Ausweitungen des Angebot fallen den Discountern leicht, ist sich Nielsen-Expertin Hansen sicher. Schließlich würden die Ketten bei vielen Kunden schon als eigene Marke wahrgenommen.

„Der Zuwachs im Internet geht zu Lasten des stationären Handels“, glaubt Olaf Rotax, Geschäftsführer von Karstadt.de. Mit dem Verkauf eigener Artikel tun sich die Discounter aber noch schwer. Neben Tchibo glänzen allein Plus und Schlecker mit eigenem Versandgeschäft. Der Rest beschränkt sich darauf, Aktionsware anzupreisen.

Das eigentliche Kernsortiment Lebensmittel dagegen fehlt – und das aus gutem Grund, wie Nielsen-Vertriebsmanager Oliver Sender glaubt: „Solche Artikel halten die meisten Kunden für ungeeignet, um sie im Internet zu verkaufen.“

Dennoch haben die Webseiten von Aldi, Lidl und Co. eine loyale Fangemeinde. Rund 58 Prozent der Besucher, die im dritten Quartal 2006 den Plus-Onlineshop besuchten, kamen im vierten Quartal wieder. Plus, Aldi (54 Prozent) und Lidl (52 Prozent) bewerben regelmäßig ihre Sonderangebote im Web. Beim absoluten Nutzerzuwachs konnten Plus und Lidl im Jahresvergleich am stärksten zulegen. Als Ursache nennt Hansen den hohen Online-Werbeaufwand. Das gilt aber auch für den Marktführer Aldi. Der Discounter kam allein im vergangenen Jahr mit seinen diversen Webangeboten auf 6,4 Mrd. mögliche Sichtkontakte.

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