Online-Apotheken kommen am besten mit Senioren ins Geschäft
Nicht bloß für hippe Surfer

Nach den Eigenschaften des typischen Internet-Nutzers gefragt, würde den meisten Menschen wohl nicht gerade „alt“ oder „krank“ einfallen. Genau diese Attribute beschreiben jedoch die Zielgruppe der Online-Apotheken am treffendsten.

FRANKFURT. „Bei uns kauft der typische Apothekenkunde ab 50“, sagt Ralf Däinghaus, Gründer der in den Niederlanden angesiedelten Versandapotheke Doc Morris.

Auch der Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK) kam kürzlich zu dem Schluss, dass Versicherte zwischen 65 und 69 Jahren am häufigsten Medikamente bei Versandhändlern bestellten. Dieses überraschende Ergebnis förderte eine Studie zu Tage, mit der die IKK überprüfen wollte, wie die seit gut einem Jahr bestehende Kooperation mit der Online-Apotheke Sanicare aus Bad Laer ankommt.

„Natürlich ordern nicht alle Senioren tatsächlich über das Netz“, räumt Däinghaus ein. Nachdem die erste Euphorie über E-Commerce abgeklungen war, machten die Internet-Apotheken wie alle Online-Shops die Erfahrung, dass sich der Internethandel nicht wesentlich vom traditionellen Versandhandel über den Katalog unterscheidet.

Um die ältere Generation ohne Internetzugang anzusprechen, schalteten viele Online-Apotheken daher in den Mitgliedermagazinen der Krankenkassen Anzeigen mit integrierten Bestellzetteln. Da der Patient bei verschreibungspflichtigen Präparaten ohnehin das Rezept erst per Post an den Versandhändler schicken muss, ist dieser Vertriebskanal noch nicht einmal aufwendiger als die Online-Order.

Die Resonanz war offenbar gut. Gerade Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma haben handfeste Gründe, sich für die Sonderangebote der Online-Apotheken zu interessieren. Seit der letzten Gesundheitsreform müssen sie nicht nur rezeptfreie Medikamente aus eigener Tasche bezahlen und beim Arztbesuch regelmäßig Praxisgebühr bezahlen. Auch die Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente wurde erhöht und die Erstattung von medizinischen Hilfsmitteln, etwa Teststreifen für die Messung des Blutzuckerspiegels, eingeschränkt.

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