Online-Handel
China im virtuellen Kaufrausch der Superlative

Die Chinesen erleben am „Tag des Singles“ die vermutlich größte Kauforgie aller Zeiten. Alibaba macht diesmal den virtuellen Kaufhausbesuch massentauglich. Chinesen shoppen in 360-Grad in Paris, New York und Tokio.
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PekingEs wirkt wie ein normales Wohnzimmer. Aber der Raum in der virtuellen Einkaufslandschaft von Alibaba ist nur ein Vorgeschmack auf eine neue Form von Kauferlebnis. In dem am Computer entworfenen Zimmer hängen Bilder an der weißen Wand, die Kaufhäuser in der ganzen Welt zeigen: Paris, New York, London und Tokio. Ein Besuch ist nur einen Klick weit entfernt.

Pünktlich zum wichtigsten Einkaufstag des Jahres in China, dem „Tag des Singles“, hat Alibaba eine künstliche Einkaufswelt entwickelt. Die virtuelle Realität sollt dem Online-Giganten dabei helfen, die Zahl der Rücksendungen zu reduzieren, und mehr Kundinnen und Kunden zu digitalen Einkaufszügen zu bewegen.

Alibaba hat das System so ausgelegt, dass keine teuren VR-Brillen nötig sind. Jedes moderne Smartphone unterstützt die virtuellen Landschaften. „Das Verhalten unserer Kunden ändert sich. Der Einkauf wird immer stärker zu einem Erlebnis“, sagte Alibabas CEO Daniel Zhang.

Die Idee ist nicht neu. Händler auf der ganzen Welt experimentieren mit virtuellen Rundgängen durch das Produktangebot. Zuletzt hatte Ikea ein Pilotprojekt gestartet, in dem sich Kunden virtuell durch Küchenlandschaften bewegen können. „Virtuelle Realität entwickelt sich schnell, und in fünf bis zehn Jahren wird es ein integrierter Bestandteil unseres Lebens sein“, sagte Ikea-Manager Jesper Brodin bei der Vorstellung des Projektes.

Doch außer Amazon hat kein Händler die Kundenmassen von Alibaba mit 400 Millionen aktiven Nutzern und einem Kaufrausch wie dem 11. November in China. Der Kauforgie zum 11. November geht auf einen Marketingcoup von Alibaba zurück. Schon Jahre zuvor hatten chinesische Studierende den 11.11. zum „Anti-Valentinstag“ erklärt. Die vier Einsen stehen für das Dasein als Single.

Alibaba griff die Tradition 2009 auf und erklärte den 11. November zum Tag für Singles, die sich mit neuen Produkten verwöhnen wollen. Heute ist der Tag ein Massenphänomen: In den 24 Stunden geben die chinesischen Konsumenten mehr aus als die US-Bürger an den fünf Tagen von Thanksgiving bis Cyber Monday, dem Höhepunkt für Online-Shopper in den Vereinigten Staaten. Viele Händler im Internet locken die Kunden dabei mit Sonderangeboten im Weihnachtsgeschäft. Doch Alibaba ist und bleibt Marktführer.

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China im virtuellen Kaufrausch der Superlative

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Alibaba könnte VR-Shopping zum Durchbruch verhelfen

Kommentare zu " Online-Handel: China im virtuellen Kaufrausch der Superlative"

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  • @Herr Marc Hofmann, 11.11.2016, 17:18 Uhr

    ""Frau Annette Bollmohr
    Als gäbe es nicht mehr als genug Sinnvolleres zu tun, und zwar für jeden."

    Wie zum Beispiel aber auch jeden Artikel zu kommentieren..."

    So wie Sie?

    Schönes Wochenende erstmal!

  • O, Herr Ralph, heute unter vielen Persönlichkeiten unterwegs ?

  • „Tag des Singles“ das mit der Handarbeit schreib ich jetzt nicht hin.

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