Online-Handel
Wie man sich vor Fake-Shops schützt

Im Online-Handel lauern tückische Fallen: Mit immer perfideren Tricks zocken Kriminelle die Kunden ab. Eine neue Studie der EU deckt jetzt das Ausmaß der gefälschten Webshops auf – und zeigt, wie man sich schützen kann.
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DüsseldorfEine Ray-Ban-Brille für knapp 30 Euro, ein Paar neue Adidas-Sneakers für 50 Euro: Wer günstige Schnäppchen im Internet sucht, der findet sie auch. Zum Beispiel auf den deutschen Seiten bewegungshorizont.de und futterfuhre.de. Dass Brillen nicht viel mit Bewegung und Schuhe selbst im Winter nichts mit Futter zu tun haben, sollte den Schnäppchenjäger allerdings nachdenklich machen. Hinter den Seiten sitzen Betrüger. Mit geklauten Daten anderer haben sie bereits existierende Websites gekapert um damit sparwilligen Kunden das Geld aus der Tasche zu locken. Bestellte Waren kommen niemals an.

Doch es geht auch geschickter: Experten warnen vor den immer trickreicher werdenden Betrügern, die nicht selten vorhandene Shops originalgetreu nachbauen oder sich mit illegal verschafften Daten bereits etablierte Shops zu eigen machen – inklusive echter Bewertungen von zufriedenen Kunden. Das schafft Vertrauen und lockt in die Falle. Gerade im anstehenden Weihnachtsgeschäft erleben die Betrüger einen Boom. Polizeibehörden schätzen die jährliche Zahl der Opfer auf mehr als 700.000. Welches Ausmaß das Problem mittlerweile annimmt, zeigt jetzt eine Studie des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO).

In einem Zeitraum von nur zwei Monaten – zwischen Dezember 2016 und Januar 2017 – haben laut EUIPO mehr als 27.000 Online-Shops in Deutschland, Schweden, Großbritannien und Spanien mutmaßlich markenrechtsverletzende Waren vertrieben. Das heißt: Anstatt der Adidas-Sneakers, der Rolex oder dem Tiffany-Armreif erhalten Kunden billige Plagiate oder keine Ware. „Viele dieser Fake-Shops schaffen es, die Verbraucher zu täuschen, weil sie sehr professionell gemacht sind“, beobachtet Erling Vestergaard, der als Staatsanwalt für die EUIPO arbeitet.

Trend bei den Betrügern ist es laut dieser Studie, Internetadressen zu nutzen, die zuvor bereits im Namen anderer Personen registriert waren. „Damit erschleichen sie sich das Vertrauen der Kunden“, so Vestergaard. Dabei gehen die Betrüger extrem dreist vor: In einem Fall hatte der Besitzer einer Domain vergessen, seine Gebühr rechtzeitig zu zahlen. Prompt hatte jemand anderes die Adresse für sich registriert und dort einen Fake-Shop eingerichtet.

Diese Masche gewinnt zunehmend an Bedeutung: 80 Prozent der von Vestergaards Behörde identifizierten Fake-Shops wendeten sie an. Darunter 4864 Adressen aus Deutschland (Domains mit .de am Ende) – so auch bewegungshorizont.de und futterfuhre.de.

Während sich Betrüger früher noch die Mühe gemacht haben, selbst Shops zu eröffnen, werden sie mit der neuen Masche nicht nur zahlreicher, sondern auch trickreicher, wie Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverband Onlinehandel (BVOH) verdeutlicht: „So werden inzwischen sogar Touristikwebseiten gekapert und Links zu Fake-Shops eingebaut beziehungsweise in den bestehenden Shop-Artikeln gelistet.“

Kommentare zu " Online-Handel: Wie man sich vor Fake-Shops schützt"

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  • Ein Laberkopp vom feinsten, der Toni. Ein Putin-Trump Fan durch und durch.

  • Kaufe grundsätzlich nie im Internet etwas ein. Past, Presence, Future.

  • und für ganz andere sachen gibts halt: Toni Ebert aus dräsdn...

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