Online-Käufer zittern

Klappt es noch bis Weihnachten?

Während sich zehntausende Kunden dieses Weihnachten erstmals in den virtuellen Shopping-Spaß stürzen, ächzen die Zusteller unter der gewaltigen Paket-Flut. Was die Branche tut, um dem Last-Minute-Ansturm Herr zu werden.
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Mitarbeiterin im Amazon-Versandzentrum in Pforzheim. Quelle: dpa

Mitarbeiterin im Amazon-Versandzentrum in Pforzheim.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIvan Slunjski ist überrascht, als es am Montag um 22.30 Uhr an seiner Haustür in Frankfurt am Main klingelt. Er öffnet und vor ihm steht ein DHL-Paketbote. „Extrem gestresst“ sei der gewesen, erzählt Slunjski. Der Mann habe über viele Überstunden und Doppelschichten geklagt. Der spätabendliche DHL-Mitarbeiter brachte dem Frankfurter Fotografen eine ersehnte Bestellung Schwarz-Weiß-Filme.

Auch wenn Slunjski etwas Mitleid mit dem Lieferanten empfand – als Kunde ist er beeindruckt. „Ich habe etwa zehn Pakete für Weihnachten bestellt und die Versender sind dieses Jahr besser als in der Vergangenheit“, sagt er.

Es sind Leute wie Slunjski, die für den Boom bei den Paketbestellungen in den Adventswochen verantwortlich sind. „Die Anzahl der Kunden, die Pakete beliefert bekommen, ist dieses Jahr um 20 Prozent gestiegen“, berichtet Giovanni Berardi, Geschäftsführer des Interessensverbands selbständiger Subunternehmer im Transportgewerbe (IsSiT). Auch der Bundesverband Versandhandel rechnet in diesem Jahr mit einem Geschäftszuwachs von über zwölf Prozent auf 7,6 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft. Studien belegen, dass inzwischen drei Viertel aller Deutschen im Internet einkaufen. Und vor allem zur Weihnachtszeit.

In längst nicht allen Fällen laufen die Bestellungen angesichts des Volumens so glatt wie im geschilderten Fall. Wegen des hohen Sendungsvolumens sagt die Deutsche-Post-Tochter DHL etwa, dass es auch schon mal „ein, zwei Tage länger dauern“ kann. Über sechs Millionen Pakete laufen derzeit jeden Tag über die Rollbänder des Logistikkonzerns. Laut dem Unternehmen könnten sie Ende dieser Woche die sieben Millionen-Marke knacken.

Weihnachtlicher Ausnahmezustand bei Amazon

Mit Liefergarantien protzen zwar eigentlich alle Versender und Online-Portale – doch wirklich verbindlich sind die Zusagen nicht. „Diese Daten sind nur als Anhaltspunkt für Sie gedacht und können nicht garantiert werden“, heißt es etwas bei Amazon.

Damit die Waren rechtzeitig durch das Land unter den heimischen Tannenbaum kommen, setzt DHL auch auf die Schiene. In den vier Wochen vor Weihnachten schicken sie 62 Sonderzüge von DB Schenker durchs Land – 18 alleine am letzten Adventswochenende. Auch die Wettbewerber verteilen dieser Tage deutlich mehr Pakete als an jedem anderen im Jahr. Der Deutsche Paketdienst (DPD) hat am 18. Dezember 1,55 Millionen Sendungen zugestellt, ein absoluter Rekord für das Unternehmen.

Konkurrent Hermes rechnet damit, bis Heiligabend 35 bis 36 Millionen Pakete ausgeliefert zu haben, plus noch einmal 15 Millionen in der letzten Novemberwoche. Im selben Zeitraum wird der amerikanische Branchenriese Fedex weltweit 280 Millionen Pakete ausgeliefert haben, so eine Prognose des Unternehmens.

Auch samstags und sonntags wird geliefert
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7 Kommentare zu "Online-Käufer zittern: Klappt es noch bis Weihnachten?"

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  • Sie brauchen die gesammelten Briefmarken nur an die Briefmarkenstelle Bethel, Quellenhofweg 25, 33617 Bielefeld schicken. Vielen Dank!

  • Liebe Redaktion,

    was war da denn unsachlich?

  • 125 behinderte Menchen werden durch "Briefmarken für Bethel" beschäftigt? Respektabel. In unserer Firma könnten wir am Empfang oder der Poststelle mithelfen. Kennt jemand einen Kontakt?

  • Die Briefmarken werden ausgeschnitten, teilweise von den Umschlägen abgelöst, sortiert und für den Verkauf an Briefmarkensammler aufbereitet. Über diese Arbeit und den Nutzen informiert auch ein neuer kleiner Info-Film auf YouTube unter http://www.youtube.com/watch?v=0-UPYVjA2pw

  • Was macht man mit genutzten Briefmarken? Den Stempel abwaschen und wiederverwenden doch wohl kaum? (Kleiner Scherz)
    Aber mal ehrlich. Wie sieht die Arbeit oder Beschäftigung damit aus?

  • Wenn man sich auch nur ungefähr vorstellen kann, welche logistische, aber auch menschliche, Leistung hinter all den Paketzustellungen in diesen Wochen steckt, dann sei an dieser Stelle einfach mal ein herzliches "Dankeschön!" an all die Arbeiter in den Verteilzentren und speziell auch an die Zusteller geschickt. Ein oder zwei Tage längere Zustellung dürfte für jeden zu verschmerzen sein.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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