Online-Lieferdienste
Das Wettrennen um den größten Supermarkt im Netz

Es wird ernst: Mit mehr Produkten und neuen Regionen verschärft Amazon den Angriff auf die traditionellen Lebensmittelhändler. Doch noch ist nicht entschieden, wer den Kampf um den Kunden gewinnt.
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DüsseldorfAmazon weitet den Kampf um die Onlinelieferung von Lebensmitteln aus. Nach Berlin und Potsdam ist der US-Konzern mit seinem Lieferdienst Amazon Fresh jetzt auch in Hamburg gestartet. Bisher werden zwar nur bestimmte Postleitzahlengebiete bedient. Das Unternehmen hat jedoch schon angekündigt, den Service auf die gesamte Hansestadt auszuweiten.

Um den Dienst für den Kunden noch attraktiver zu machen, hat Amazon zusätzlich die Strategie geändert und liefert jetzt zusammen mit den Lebensmitteln auch ein Sortiment von rund 200.000 Non-Food-Artikeln aus. Damit ist das Gesamtangebot von Amazon Fresh auf rund 300.000 Artikel gewachsen.

Damit tritt der Wettbewerb um die Onlinekunden im Lebensmittelhandel in die entscheidende Phase. Bisher hatte Amazon offengehalten, wie schnell das Unternehmen nach dem Start in Berlin in weitere Städte expandiert. „Bei Projekten wie Amazon Fresh muss man letztlich fünf bis sieben Jahre ausprobieren, bis man weiß, ob es so ankommt“, sagte Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber kürzlich im Handelsblatt-Interview.

Doch offenbar sind die ersten Erfahrungen so vielversprechend, dass jetzt rasch ausgeweitet werden soll.  Florian Baumgartner, Deutschlandchef von Amazon Fresh, spricht von einem „positiven Feedback der Kunden in Berlin und Potsdam“ und nennt den Start in Hamburg einen „wichtigen Schritt“ auf dem Weg, Amazon Fresh möglichst vielen Kunden zugänglich zu machen. Welche Städte als nächstes kommen, dazu schweigt Amazon. Doch Branchenkreise gehen davon aus, dass es auch in der Region München und in den Ballungsräumen Nordrhein-Westfalens bald so weit sein dürfte.

Das große Interesse der Kunden spüren auch die Wettbewerber. Rewe hat seinen Lieferdienst mittlerweile auf 75 Städte ausgeweitet. Rund 30 Millionen Einwohner können damit erreicht werden. Das Problem ist jedoch, dass der Dienst noch keinen Gewinn abwirft, weil die Auslieferung mit einer eigenen Flotte von Kühlwagen sehr kostenintensiv ist.

Auch Rewe experimentiert bereits wie Amazon mit einer Ausweitung des Angebots auf Non-Food-Artikel. Dazu soll der Webshop zum Marktplatz ausgebaut werden, auf dem auch andere Händler ihre Artikel anbieten sollen. Ein erster Test mit 1000 ausgesuchten Kunden und fünf Händlern ist gerade gestartet.

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