Online-Mode
Zalando will auch bei Männern punkten

Zalando verzeichnet zum Jahresbeginn einen stagnierenden Gewinn. Der Umsatz dagegen wächst weiter kräftig. Vor allem Männer rücken nun stärker in den Fokus von Europas größtem Modehändler.
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BerlinDer Berliner Modehändler Zalando setzt stärker auf männliche Kundschaft. Drei Viertel der Kunden seien Frauen, sagte Co-Vorstandschef Rubin Ritter am Dienstag. Zugleich sagte er: „Wir sehen ein großes Potenzial, den Anteil der männlichen Kunden zu erhöhen.“ Ritter verwies auf entsprechende Werbekampagnen mit dem US-Schauspieler James Franco.

Die Bilanz des Online-Händlers für die ersten drei Monaten 2017 war wieder durch hohe Investitionen geprägt, durch die Zalando weitere Marktanteile gewinnen will. So können in weiteren deutschen Städten Kunden ihre Bestellungen am selben Tag erhalten. Auch die Tests mit Retouren-Abholungen wurden ausgeweitet.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag im ersten Quartal mit 20,3 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wie die Berliner mitteilten. Die Gewinnmarge blieb mit 2,1 Prozent unter der vor einem Jahr von 2,5 Prozent. Für das Gesamtjahr bestätigte Zalando aber sein Ziel, hier auf einen Wert zwischen fünf und sechs Prozent zu kommen. „Unsere Top-Priorität ist profitables Wachstum“, sagte Ritter.

Der Umsatz kletterte von Januar bis März um 23,1 Prozent auf 980,2 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen eine Steigerung zwischen 20 und 25 Prozent an. „Zalando gewinnt Marktanteile“, sagte Analyst Christian Salis von Hauck & Aufhäuser. Bei Anlegern kamen die Zahlen nach anfänglichem Zögern gut an. Der Kurs legte um ein Prozent zu, nachdem er zu Handelsbeginn noch im Minus gelegen hatte.

„Zalando investiert weiter stark in seine Infrastruktur sowie in das Kunden- und Markenangebot“, erklärte Volker Bosse von der Baader Bank. Das belaste derzeit den Gewinn. Das Unternehmen will in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro investieren – rund zehn Prozent mehr als 2016. Das Geld fließt beispielsweise in das Logistiknetzwerk. So soll bis Jahresende ein Verteilzentrum in Schweden eröffnet werden, mit dem die durchschnittliche Lieferzeit in der Region auf ein bis zwei Tage gedrückt werden soll.

Ende März zählte das Unternehmen mehr als 20 Millionen aktive Kunden. Diese hätten häufiger bestellt, was auch auf die zunehmende Nutzung von Smartphones und anderer mobiler Geräte zurückzuführen sei. Das 2008 gegründete Unternehmen verkauft online etwa 1500 Marken in 15 Ländern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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