Online-Modehändler Zalando wächst weiter zweistellig

Zalando legt ein rasantes Tempo an den Tag. Mit einer Umsatzsteigerung von fast einem Viertel ist Europas größter Online-Modehändler ins neue Jahr gestartet. Analysten sind jedoch von der Marge enttäuscht.
Update: 19.04.2017 - 09:50 Uhr Kommentieren
Der Online-Modehändler aus Berlin konnte seinen Umsatz steigern. Quelle: dpa
Zalando

Der Online-Modehändler aus Berlin konnte seinen Umsatz steigern.

(Foto: dpa)

BerlinPreisnachlässe im Winterschlussverkauf haben die Gewinne von Europas größtem Online-Modehändler Zalando im ersten Quartal belastet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag von Januar bis März zwischen zehn und 30 Millionen Euro, wie das Berliner Unternehmen am Mittwoch nach ersten Berechnungen mitteilte. Das entspricht einer Gewinnmarge von 1,0 bis 3,0 Prozent. Da Analysten hier drei Prozent vorhergesagt hatten, fiel der Aktienkurs um mehr als fünf Prozent. Für das Gesamtjahr strebt Zalando unverändert einen Wert von fünf bis sechs Prozent an.

„Das erste Quartal ist auf der Margenseite natürlich immer sehr schwierig, weil wir da den Winterschlussverkauf haben“, sagte Zalandos Co-Vorstandschef Rubin Ritter. Mit großen Preisnachlässen versuchen die Händler, ihre Winterware loszuschlagen und die Lager zu räumen. „Aber natürlich sind es auch Investitionen, die auf die Marge erst einmal kurzfristig drücken, bevor sie sich dann langfristig auszahlen.“

Zalando will in diesem Jahr 200 Millionen Euro für Investitionen in die Hand nehmen - rund zehn Prozent mehr als 2016. Das Geld soll vor allem in Infrastruktur, Automatisierung und Software fließen. Die geringere Gewinnmarge sei kein Grund zur Sorge, sagte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. „Wir glauben, dass die Kombination aus Mode-Know-how, hoher Betriebseffizienz und innovativer Technologie Zalando einen Wettbewerbsvorteil verschafft.“

Der Umsatz stieg im ersten Quartal zwischen 22 und 24 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 971 bis 987 Millionen Euro. Analysten hatten 982 Millionen Euro erwartet. Vor einem Jahr hatte es ein Wachstum von 24 Prozent gegeben, im vorangegangenen Quartal von 26 Prozent. „In Summe ist es sehr gut gelaufen im ersten Quartal“, sagte Ritter. „Das Sortiment für die neue Saison ist sehr gut angelaufen.“ Er bekräftigte das Ziel, den Umsatz in diesem Jahr zwischen 20 und 25 Prozent zu steigern. Genauere Zahlen für das erste Quartal sollen am 9. Mai veröffentlicht werden.

13 kuriose Fakten über den Onlinehändler
Fakt 1: Name
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Zalando sollte ursprünglich „Infansho GmbH“ heißen. Das ist ein Anagram aus dem englischen Begriff Fashion, das sich auch als „I Fan Shoe“ lesen lässt. Aus Sicht des Marketings sollte der Onlineshop aber zunächst mit dem Namen „Salon“ an den Start gehen. Die Befürchtung: Der Name ähnelt sich zu sehr mit der Bezeichnung der Schuhmarke Salamander. Über den Umweg „Zalon“ war dann schnell der Name Zalando gefunden.

Die Fakten stammen aus einem Beitrag des Digital-Commerce-Magazins E-Tailment.

Fakt 2: Mickie-Krause-Song
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In dem Ballermann-Hit „Nur noch Schuhe an“ widmet Schlagersänger Mickie Krause dem Onlinehändler im Jahr 2012 gleich zwei Strophen. Sie sind an den bekannten Werbespruch „Schrei vor Glück“ des Onlinehändlers angelegt: „Braucht sie einmal Ruhe, bestellt sie sich Schuhe, und Herzi Punkt vier, steht dann vor der Tür: Wie auf Kommando, der Typ von Zalando, kaum lass ich ihn rein, schon fängt er an zu schreien.“

Fakt 3: Flip Flops
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Heute erscheint es angesichts der umfangreichen Maschinerie hinter Zalando kaum vorstellbar: Im Oktober 2008 startete der Schuhshop mit einem kleinen Do-it-yourself-Shop zu Flipflops. Anfangs gab es nur 100 Produkte, damit die Gründer das Produktsegment besser kennenlernten. Sie hatten zuvor zahlreiche Flipflop-Shops abgegrast und skalierten ihr Geschäft auf fliptops.de auf bis zu 20 Bestellungen am Tag. Obwohl noch im selben Monat Zalandos erste selbst programmierte Webseite ins Leben gerufen wurde, führte die damalige Adresse noch Jahre später zu Zalando. Schon damals gab es das Schuhwerk versandkostenfrei.

Fakt 4: Startkapital von Rocket Internet
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Von Rocket Internet erhielten die Gründer Robert Gentz und David Schneider ein Investment über 50.000 Euro sowie noch einmal 50.000 Euro an Dienstleistungen, wofür zwei Drittel der Anteile von Zalando fällig wurden. Den Gründern blieb gerade mal ein Drittel an ihrem Unternehmen. Laut dem Buch „Die Paten des Internets“ von Joel Kaczmarek waren Gentz und Schneider anfangs nahezu auf sich allein gestellt. Sie starteten als Mietnomaden, indem sie bei unterschiedlichen Gründungen der Berliner Internetszene unterkamen. Erst später gelangen die Gründer zu ihrem eigenen Büro in der Berliner Torstraße. Um die Miete von 2000 Euro bezahlen zu können, sollen sie einige Zimmer wiederum an Start-ups untervermietet haben.

Fakt 5: 4,8 Sterne
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In der Gesamtbewertung soll es für den Händlershop von Zalando beim Onlineriesen Amazon laut E-Tailment 4,8 Sterne gegeben haben.

Fakt 6: Erste Bilanzsumme
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Anfang 2010 veröffentlichte der Onlinehändler im Bundesanzeiger eine erste Bilanzsumme für 2008, die damals bei 326.617,02 Euro lag. Ende 2008 brachte es Zalando auf etwa 20 Mitarbeiter, wovon die meisten als Praktikanten angestellt gewesen sein sollen.

Fakt 7: Parodien
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„Schrei' vor Glück“ ist wohl einer der bekanntesten deutschen Werbeslogans. Die Spots bescherten Zalando nicht nur eine Markenbekanntheit von 95 Prozent, sondern auch den renommierten Deutschen Marketingpreis. Etliche Parodien im Web haben der TV-Werbung zum Kult-Status verholfen. Zum Beispiel: „Schrei' wie verrückt! Und schick's besser zurück!" oder „Schrei' nach Bier! Kauf es dir.“

Das 2008 in Berlin gegründete Unternehmen verkauft online etwa 1500 Marken in 15 Ländern. In diesem Jahr will es erneut 2000 Arbeitsplätze schaffen, davon die Hälfte in Berlin. Damit würde die Zahl der Mitarbeiter auf insgesamt 14.000 steigen.

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