Online-Shop Fab.com
„Wir wollen das Amazon für Design werden“

Design in jeder Preisklasse will der Online-Shop Fab.com bieten. Das US-Unternehmen legt ein rasantes Wachstum hin – und findet auch in Deutschland immer mehr Kunden. Nur bei den Lieferzeiten hakt es noch.
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DüsseldorfWer im Internet Erfolg haben will, muss in großen Maßstäben denken. Jason Goldberg weiß das. Sein Geschäft: Design in jeder Preisklasse. Damit hat der Gründer des Online-Shops Fab.com im vergangenen Jahr in den USA und Europa über 150 Millionen Dollar Umsatz gemacht. „Wir wollen das Amazon für Design werden“, sagt Jason Goldberg.

Das Konzept der Plattform ist einfach: Verkauft wird, was einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Die Produktauswahl reicht von Kissen, die aussehen wie Gulli-Deckel, über herzförmige Regenschirme hin bis zu runden Riesen-Sofas. „Dinge, die man sonst nirgendwo finden würde“, erklärt Gründer Jason Goldberg.

Er ist der Stratege, der Kopf hinter Fab, sein Geschäftspartner Bradford Shellhammer ist Auge und Herz des Unternehmens. Goldberg ist für Zahlen und Investoren zuständig, Shellhammer für die Produkte. Jeden Tag gibt es auf der Homepage neue Produkte zu entdecken, über 7500 Designer haben ihre Werke bereits über Fab verkauft. In einer Minute verkauft Fab im Durchschnitt mehr als fünf Produkte – Möbel, Dekoration, Mode, aber auch Kunst.

Zwölf Millionen Mitglieder hat der nicht einmal zwei Jahre alte Online-Shop mittlerweile, etwa 1,8 Millionen davon kommen aus dem deutschsprachigen Raum. „Das ist außergewöhnlich nach so einem Zeitraum“, sagt Gerrit Heinemann, Spezialist für Onlinehandel an der Hochschule Niederrhein.

Doch von der Gewinnzone ist das junge Unternehmen noch weit entfernt. Wie groß die Verluste genau sind, verrät Goldberg nicht. „Wir könnten innerhalb eines Jahres profitabel sein, wenn wir wollen würden“, sagt er. Doch er will noch nicht, er will noch weiter wachsen. „Ich denke, bis Ende des Jahres können wir unsere Mitgliederzahl und auch unseren Umsatz noch einmal verdoppeln.“

Dabei setzt Goldberg vor allem auf das Geschäft in Europa. Vor etwa einem Jahr haben die Amerikaner das Start-Up-Unternehmen Casacanda in Berlin aufgekauft und dort ihre Europa-Zentrale aufgebaut. Heute ist Fab in 24 europäischen Ländern vertreten und macht dort 30 Prozent seines Umsatzes – mehr als die Hälfte davon kommt aus Deutschland. Auch deshalb will hier Fab noch in diesem Jahr sein Europa-Lager aufbauen.

Das wird dringend benötigt. Denn gerade bei den Lieferzeiten hat der junge Onlineshop noch Probleme. Oft müssen Kunden länger als eine Woche auf ihre Lieferungen warten, gerade in der Weihnachtszeit gab es große Schwierigkeiten, viele Geschenke erreichten die Käufer zu spät. Doch Jason Goldberg gelobt Besserung: „Schnelle Lieferzeiten sind im Moment unsere oberste Priorität.“ Rund zehn Millionen Dollar hat Fab in den Aufbau seines US-Lagers investiert, das Logistikzentrum in Deutschland soll ähnliche Dimensionen haben.

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Fab-Gründer arbeitete auch für Bill Clinton

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