Online-Versand von Medikamenten
Karstadt-Quelle tritt gegen Apotheken an

Der Karstadt-Quelle-Konzern steigt in den Handel mit Medikamenten ein. Das Essener Unternehmen gab gestern bekannt, dass es ab sofort rund 200 000 verschreibungspflichtige und rezeptfreie Präparate über sein Internetkaufhaus Karstadt.de anbietet. Dabei unterbietet es nach eigenen Angaben die Preise der traditionellen Apotheken bei rezeptfreien Medikamenten um bis zu 30 %.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Obwohl das Internetkaufhaus nach früheren Angaben jeden Monat rund 2,2 Millionen Besuche zählt, sehen die Apotheker die neue Konkurrenz betont gelassen. „Dabei handelt es sich ja nur um eine Marketing-Kooperation“, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes ABDA. Das Gesetz verbiete es dem Karstadt-Konzern, selbst eine Internetapotheke zu betreiben.

Das neue Angebot macht jedoch nicht nur den rund 20 000 Apotheken in Deutschland Konkurrenz, sondern vor allem dem niederländischen Branchenpionier Doc Morris. Mit dessen Gesellschaftern hatte Karstadt-Quelle zuvor über den Kauf von Unternehmensanteilen verhandelt. Als das Handelsblatt allerdings vor knapp zwei Monaten über den geplanten Einstieg des Konzerns in den Internethandel mit Medikamenten berichtet hatte, hatte Karstadt- Quelle scharf dementiert.

Statt sich an Doc Morris zu beteiligen, hat sich das Unternehmen nun mit dem Internet-Shop der Wittenberger Robert-Koch-Apotheke zusammengetan. Mit dessen Unterstützung betreibt das Internetversandhaus Karstadt.de ab sofort den neuen Gesundheitsbereich mycare.de, den man mit einem Klick von der Karstadt.de-Startseite aus erreicht. Der Pharma-Umsatz läuft allerdings nicht durch die Karstadt-Kasse. Die Essener erhalten für jeden über ihre Internetseite gewonnenen Arzneikunden lediglich eine Provision.

Die in Deutschland zugelassene Versandapotheke verspricht den Internetnutzern neben attraktiven Preisen eine „umfangreiche Kontrolle und Beratung durch pharmazeutisches Fachpersonal“. Eine kostenlose Telefonhotline ist bereits geschaltet. Die Onlinebesteller würden auch auf Wechsel- und Nebenwirkungen bestellter Medikamente hingewiesen, versicherte ein Karstadt- Quelle-Sprecher.

Seite 1:

Karstadt-Quelle tritt gegen Apotheken an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%