Onlinehandel Wie Fake-Tests die Verbraucher täuschen

Viele Webseiten werben mit angeblichen Produkttests, die so nie stattgefunden haben. Sie locken damit Kunden, die auf der Suche nach Orientierung sind. Woran man seriöse Anbieter erkennt.
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Eine der verdächtigen Websites, die bei der Eingabe der Suchworte „Testsieger Staubsauger“ auftaucht. Quelle: Screenshot
Staubsauger.net

Eine der verdächtigen Websites, die bei der Eingabe der Suchworte „Testsieger Staubsauger“ auftaucht.

(Foto: Screenshot)

DüsseldorfDer Titel klingt vielversprechend. Die Website staubsauger.net nennt sich „Test & Ratgeber“, es werden „die besten Bodenstaubsauger“ oder „die besten Staubsauger mit Beutel“ angepriesen. Doch schon der zweite Blick macht misstrauisch. Die Liste der Produkte scheint völlig ungeordnet, es gibt keine erkennbaren Testnoten.

Die Auflösung kommt beim Klick auf den Button „Details“. Es handele sich „um eine Einschätzung unserer Autoren und Experten“, heißt es da. Ob diese angeblichen Experten das Produkt jemals wirklich in der Hand gehalten haben, ist nicht klar. Nach welchen Kriterien geprüft worden sein soll, bleibt vage.

Die Texte lesen sich stellenweise wie aus Werbebroschüren abgeschrieben. Manche Passagen dagegen sind unfreiwillig komisch: „Wir haben den Staubsauger, der in der Energieklasse B gelistet ist, auf den Prüfstein gelegt, in dem wir uns einmal ein paar Kundenrezensionen angeschaut haben.“

Es ist nicht die einzige verdächtige Website, die bei der Eingabe der Suchworte „Testsieger Staubsauger“ auftaucht. Reihenweise erscheinen in der Suchliste Seiten, die wie seriöse Testmagazine erscheinen, aber im Grunde wohl reine Verkaufsplattformen sind. „Fake-Testseiten sind am Markt leider keine Einzelfälle, sondern haben sich in den Google Suchergebnissen breit gemacht“, sagt Daniel Brückner, der sich mit seinem Blog „Toptestsieger“ auf die Enttarnung von Fake-Seiten spezialisiert hat.

Schnäppchenbringer – oder Vergleichsfalle?
Fast jeder nutzt sie
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Die kreischende Werbung im Fernsehen hat gewirkt: Mit den Proll-Millionären Carmen und Robert Geiss hat das Vergleichsportal Verivox seine Bekanntheit nochmal gesteigert. Einer Umfrage des Lehrstuhls für Computervermittelte Kommunikation an der Universität Passau hat gezeigt, dass 82 Prozent der deutschen Internetnutzer schon einmal ein Buchungs- oder Vergleichsportal genutzt haben. 44 Prozent steuern die Seiten sogar mehr als einmal im Monat an.

Quelle: Youtube.de

Platz 9: Toptarif.de
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28 Prozent gaben bei der Umfrage an, das Vergleichsportal toptarif.de zu kennen. Auch wenn Bekanntheits- und Nutzungsgrad vergleichsweise gering sind: Mehr als 40 Prozent der Nutzer, die das Portal kennen, buchen auch darüber.

Platz 8: Financescout24.de
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Deutlich bekannter ist financescout24.de. Die Hälfte der Befragten (50,7 Prozent) kennt das Finanzvergleichsportal. Allerdings ist die Nutzungsquote gering: Sie liegt bei 22,1 Prozent. Und auch bei der Zufriedenheit gibt es Verbesserungsbedarf. Auf einer Skala von eins (unzufrieden) bis fünf (zufrieden) kommt financescout24.de auf eine Note von 3,94 – andere werden besser bewertet.

Platz 7: Idealo.de
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Zum Beispiel idealo.de. Mit einer Note von 4,27 kommt die Internetseite für Preisvergleiche bei diesem Ranking auf Platz zwei. 72,1 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage kennen das Portal, mehr als die Hälfte davon (54,1 Prozent) nutzen idealo.de dann auch.

Platz 6: Verivox.de
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Mehr als drei Viertel der Befragten (81,2 Prozent) kennt das Vergleichsportal, das 1998 gegründet wurde und sich zunächst auf den Bereich Telekommunikation konzentrierte. Fast die Hälfte nutzt auch Verivox zum Vergleich beziehungsweise kauft darüber.

Platz 5: Preisvergleich.de
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Nur ein wenig bekannter - mit 81,7 Prozent der Teilnehmer - ist Preisvergleich.de. Auch nutzen ähnlich viele der Befragten wie bei Verivox die Internetseite. Auf die Frage, ob sie denn auch darüber kaufen oder buchen, antworteten nur etwas mehr als ein Drittel mit „ja“.

Platz 4: Weg.de
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Wer nach einer Urlaubsreise sucht, nutzt die Internetseite Weg.de - zumindest kennen 83,6 Prozent der Befragten das Reiseportal. Doch bei den anderen Werten schneidet Weg.de deutlich schlechter ab: Nur 33,4 Prozent nutzen die Seite auch, davon buchen lediglich 40,9 Prozent ihr Reise dann auch darüber.

Für das Portal „Testbericht.de“ hat Brückner jetzt systematisch diese angeblichen Testseiten analysiert. Er startete 100 Google-Anfrage mit jeweils der Suchbegriffskombination „Produktkategorie + Testsieger“ und überprüfte die jeweils zehn ersten Treffer in der Ergebnisliste.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Bei 94 Prozent der ersten Suchergebnisseiten habe er mindestens eine Fake-Testseite gefunden. Dabei führten 34,6 Prozent aller Suchergebnisse auf der jeweils ersten Suchergebnisseite bei Google zu Fake-Testseiten. „Dabei ist das nur die Spitze des Eisbergs“, so Brückner. In die Wertung eingegangen seien nur Seiten, bei denen es offensichtlich ist, dass gar nicht wirklich getestet wurde.

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23 Kommentare zu "Onlinehandel: Wie Fake-Tests die Verbraucher täuschen"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • @Franz Giegl, Sie haben meine Aufmerksamkeit

  • Bei Staubsagern (u.a.Produkten) wie in der Politik gilt: vertraue NIE dem Rat von selbsternannten oder von interessierter Seite berufenen "Experten".

    Selbst den "Kopf einschalten" und Dinge/Vorgänge beurteilen ist die beste Absicherung gegen abgesonderten Blödsinn.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Oder kaufen Sie doch diesen verdammten Druckluftnagler.

  • @ Herr Franz Giegl

    "Ich bin politisch korrekt."

    Na, und? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte.

  • wollte hier nur mal was mitteilen, brauche Aufmerksamkeit:

    Ich bin politisch korrekt.

  • "Woran man seriöse Anbieter erkennt."

    Mehr von solchen nützlichen Tipps, bitte.

    Wenn sie was taugen (davon gehe ich aus, aber das wird sich erfahrungsgemäß eh schnell herausstellen) können Sie sich einer treuen Leserschaft sicher sein.

    Etwas mehr Licht in diesem Internet-Dschungel kann nur von Vorteil sein (vor allem, aber nicht nur bei solchen Produkttestseiten und Vergleichsportalen).

  • Fake-Tests sind eine Folge von ... Geiz ist geil. Diese Kunden wollen u. müssen “beschissen“ werden.Das sind unsere Dschungelcamp Konsumenten ...alles Mattbirnen. Um diese Mischpoke ist es nicht schade.

  • Wieso muss ich nach der Lektüre des Artikels plötzlich an Wahlversprechen politischer Parteien denken? Und wieso kommt mir beim "PREBENA Druckluftnagler 2XR-J50" der Begriff "Political Correctness" in den Sinn?

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