Open Skies
Lufthansa wählt die Offensive

Open Skies – und was nun? „Wir wissen, was wir zu tun haben“, kündigte British-Airways-Konzernchef Willie Walsh im Vorfeld trotzig an. Während sich Flugkonzerne wie der britische Marktführer auf einen beinharten Verteidigungskampf einstellen, wählen viele Konkurrenten die Offensive.

NEW YORK / FRANKFURT. Die US-Fluglinien Delta, Northwest und Continental Airlines haben bereits angekündigt, dass sie bald London-Heathrow anfliegen wollen – eine Strecke, die ihnen bisher verwehrt blieb. Analysten erwarten, dass die US-Fluglinien Start- und Landerechte (Slots) an Europas größtem Flughafen entweder über ihren Allianzpartner Air France-KLM erhalten oder über den so genannten Graumarkt einkaufen werden: Weil Heathrow so begehrt wie überlastet ist, kann ein einziger Slot schon mal 20 Mill. Dollar kosten. Klassische US-Fluglinien werden dennoch investieren: Seit Monaten sind sie bemüht, dem inneramerikanischen Wettbewerb mit Billigfliegern auszuweichen und stattdessen Richtung Europa zu expandieren.

Weil das Open-Skies-Abkommen Ende März 2008 in Kraft treten soll, rechnen Branchenexperten mit ersten gravierenden Änderungen frühestens im Sommerflugplan im kommenden Jahr. Dann dürfte auch die deutsche Lufthansa von den neuen Möglichkeiten Gebrauch machen, die sich in einem EU-Binnenmarkt bieten. Der Kranich-Konzern werde die Aufnahme neuer Flugstrecken überall dort prüfen, wo es gutes Businessklientel und vergleichsweise schlechten Service gebe, sagte ein führender Lufthansa-Manager. Analysten gehen davon aus, dass sich Lufthansa derzeit insbesondere südeuropäische Metropolen wie Mailand oder Madrid anschaut, um sein Geschäft mit Flügen über den Atlantik auszubauen. Während Lufthansa in Italien schon seit Jahren an den Marktanteilen des taumelnden Staatscarriers Alitalia kratzt, rückt zunehmend auch Spanien ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Seit Wochen kursieren Spekulationen in spanischen Medien, wonach Iberia einen Zusammenschluss mit Lufthansa suche. Iberia selbst teilte mit, Präsident Fernando Conte habe die Vollmacht erhalten, interessierten Fluglinien und potenziellen Investoren entsprechende Auskünfte über Iberia zu geben. Die spanische Zeitung „El Pais“ berichtete gestern unter Berufung auf Branchenkreise, Lufthansa und eine nicht näher genannte US-Investmentfirma hätten Unterlagen zur genauen wirtschaftlichen Prüfung (Due Diligence) von Iberia angefordert. Lufthansa wollte den Bericht nicht direkt kommentieren. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber bekräftigte seine früheren Aussagen, wonach der Konzern keine konkreten Pläne für einen Einstieg bei Iberia habe. „Es gibt überhaupt nichts Neues“, sagte er bei der Rückkehr der A380 am Frankfurter Flughafen.

Seite 1:

Lufthansa wählt die Offensive

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%