Operativer Gewinn wie erwartet gesunken
Ahold in den roten Zahlen

Der niederländische Einzelhändler Ahold ist im ersten Quartal 2004 wegen außerordentlicher Belastungen in die Verlustzone gerutscht. Der schwache Dollar und die schleppende Konjunktur haben zudem den operativen Gewinn gedrückt.

HB AMSTERDAM. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) sei um 22,9 % auf 351 Mill. € gesunken, teilte der Metro-Konkurrent am Montag mit. Damit lag der Konzern im Rahmen der Markterwartungen. Das Kerngeschäft habe sich im Rahmen der Erwartungen entwickelt, erklärte der Konzern. Der schwache Dollar habe den in der US-Währung erzielten und in Euro ausgewiesenen Gewinn aber geschmälert. Nach Sonderbelastungen durch die Trennung von Geschäftsfeldern in Höhe von 450 Mill. € verbuchte der Konzern im Quartal einen Netto-Verlust von 405 Mill. €. Ahold versucht, seine Schulden durch Verkäufe zu reduzieren, nachdem das Unternehmen im vorigen Jahr von einem Bilanzskandal erschüttert worden war.

Ahold-Aktien reagierten mit Kursgewinnen auf das Ergebnis und legten im Vormittagshandel um knapp zwei Prozent auf 6,21 € zu. „Das Ebita ist etwas besser, als ich es erwartet hatte, vor allem wegen des Lebensmittelgeschäfts in den USA“, sagte Fernand de Boer von ING Financial Markets. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebita von 323,5 Mill. € und einem Nettoverlust von 53 Mill. € gerechnet.

Ahold ist hinter dem US-Riesen Wal-Mart und dem französischen Carrefour-Konzern die Nummer Drei der Branche. Der deutsche Metro-Konzern schließt allerdings auf.

„Das Ergebnis ist stark von den Einmalverlusten im Zusammenhang mit der Trennung von Geschäftsbereichen belastet, die wir bereits angekündigt hatten“, sagte Ahold-Chef Anders Moberg. „Abgesehen von diesen Einmalverlusten, die keinen Einfluss auf das Eigenkapital oder den Bargeldbestand haben, lagen die zentralen Geschäftsfelder im Rahmen der Erwartungen.“ Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen einem Gewinn von 84 Mill. € erzielt.

Ahold bekräftigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr, wonach das Ergebnis 2004 erheblich von Abschreibungen beeinflusst sein werde. Die Schulden des Konzerns gingen bis Ende März auf 7,1 Mrd. € zurück von 7,5 Mrd. € Ende 2003. Im Rahmen eines Sanierungsprogramms will Ahold unter anderem mit Anteilsverkäufen die Schulden bis 2005 um mindestens 2,5 Mrd. € reduzieren.

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