Operativer Verlust
Betrüger belasten Zalando weiter

Das vergangene Quartal hat Zalando einen Umsatzschub beschert. Unter dem Strich wird bei dem Online-Modehändler wohl aber ein operativer Verlust von bis zu 32 Millionen Euro stehen. Grund sind erneut auch Betrugsfälle.

BerlinZalando hat seine Umsatzprognose angehoben. 2015 sei nun mit Plus von 33 bis 35 Prozent zu rechnen, teilte Europas größter Online-Modehändler in der Nacht zum Donnerstag mit. Grund für die erneute Nachbesserung sei die Entwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres.

Der Kundenzustrom habe zu einer Steigerung der Erlöse um 35 Prozent geführt. Allein im dritten Quartal sei der Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge zwischen 41 und 43 Prozent auf 707 bis 717 Millionen Euro geklettert. Erst im August hatte Zalando seine Prognose angehoben und für dieses Jahr ein Plus zwischen 28 und 31 Prozent angepeilt.

Der höhere Umsatz wird sich allerdings nicht im Ergebnis widerspiegeln. Die Prognose für die Ebit-Marge im Gesamtjahr senkte Zalando auf drei bis vier Prozent. Zuvor hatte der Online-Händler 4,5 Prozent angestrebt. Unter dem Strich steht ein bereinigter Verlust vor Zinsen und Steuern von 18 bis 32 Millionen Euro.

Ein Grund seien „gezielte Wachstumsinvestitionen“, hieß es. Die Berliner Firma sei bereit, „kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen“, erklärte Vorstand Rubin Ritter. Dazu hätten Investitionen in die Logistik sowie die Vermarktung von App-Downloads gehört. Zudem hätten Betrugsfälle aus dem ersten Halbjahr 2015 zu niedrigeren Einnahmen aus Inkasso-Forderungen als ursprünglich angenommen geführt, hieß es – „insgesamt in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags“.

Ritter machte keine Angaben zur Art der Betrugsfälle im ersten Halbjahr – im dritten Quartal habe sich die Lage aber wieder deutlich beruhigt, sagte er. Bei einem Geschäft in der Dimension von Zalando könne man auch bei relativ niedrigen Betrugsquoten auf Millionen-Beträge kommen, betonte Ritter.

Die höheren Ausgaben in dem Quartal seien auch eine Folge des beschleunigten Wachstums gewesen, sagte Ritter. „Wir mussten kurzfristig Kapazitäten aufbauen, das ist immer teurer.“ Das dritte Quartal mit dem Abverkauf des Sommer-Sortiments habe in der Branche aber auch traditionell schlechtere Margen. Zudem sei bewusst in Werbung mit App-Downloads investiert worden, weil Zalando mehr Nutzer auf mobilen Geräten gewinnen wolle. Das werde sich in den nächsten Quartalen niederschlagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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