Optimismus der Kunden
Berater prophezeien Umsatzwachstum

Die Management-Berater profitieren vom Optimismus der Kunden. Die Unternehmen erwarten in diesem Jahr eine Umsatz-Steigerung von acht Prozent.

DÜSSELDORF. Bei den 25 führenden deutschen Managementberatungen brummt das Geschäft. Nach einem Umsatzzuwachs von durchschnittlich 7,3 Prozent im vorigen Jahr erwarten die Unternehmen in diesem Jahr eine weitere Steigerung von acht Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Beratungshauses Lünendonk über den deutschen Markt der Managementberatungen.

Wesentlicher Grund für die Zuversicht ist der wachsende Bedarf der Kunden, die sich nach dem harten Sparkurs der vergangenen Jahre wieder verstärkt in Wachstumsfragen beraten lassen. Davon profitierten im vergangenen Jahr fast alle 25 führenden Berater – allerdings unterschiedlich stark: Marktführer McKinsey wuchs in Deutschland um 3,7 Prozent, ebenso die Nummer zwei, Roland Berger. Überdurchschnittlich legten dagegen unter den Topanbietern Boston Consulting Group (plus 7,7 Prozent), Booz Allen Hamilton (plus 7,9 Prozent) sowie Bain & Company zu (plus 10,8 Prozent). Alle Werte beziehen sich nur auf den in Deutschland erzielten Umsatz.

Lünendonk erstellt alljährlich das Ranking der 25 größten Branchenunternehmen, die mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes mit Beratung in Strategiefragen, Organisation, Führung und Marketing machen. Rund 14 000 Beratungen sind in diesen Gebieten in Deutschland tätig, auf sie entfällt ein Marktvolumen von 9,9 Mrd. Euro.

Das Ranking für 2005 untermauert einige Trends, die sich auf dem Beratermarkt abzeichnen – etwa die stärkeren Wachstumsraten bei spezialisierten mittelgroßen Anbietern. Simon, Kucher & Partners wuchs in Deutschland um rund 17 Prozent, die auf Risikomanagement konzentrierten d-fine GmbH steigerte den Umsatz um 25 Prozent. Hinter diesem Trend steckt, dass Kunden an große Beratungen kaum noch umfassende Komplettaufträge vergeben, sondern die Aufträge stückeln und sie auf mehrere, spezialisierte Anbieter verteilen. „Generalisten sind verstärkt mit fokussierten Wettbewerbern konfrontiert, gegen die sie nicht die besten Karten haben“, beschreibt Christoph Lechner, Professor für Strategisches Management an der Universität St. Gallen, die Situation.

Große Sprünge in dem Ranking machten Towers Perrin (von Platz 18 auf 14) und Mercer Consulting (von 6 auf 4), allerdings verdanken sie dies laut Lünendonk vor allem Übernahmen. Getrieben wird das Geschäft zunehmend auch von Private-Equity-Firmen: Sie engagieren Berater bei Übernahmen und der anschließenden Neuausrichtung der Unternehmen. Davon profitierte vor allem Bain & Company, die nach eigenen Angaben in diesem Geschäft deutscher Marktführer ist.

Dass Industrie und Dienstleister wieder verstärkt auf Wachstum setzen, lässt sich auch am florierenden Geschäft der Personalberater in Deutschland ablesen. Deren Branchenumsatz stieg im vorigen Jahr um zehn Prozent auf 970 Mill. Euro, teilte der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater mit. Vor allem für die Suche nach Führungskräften im Vertrieb und Marketing werden Personalberater derzeit engagiert. Die Branche hatte – noch stärker als die Managementberater - in den Jahren zuvor wegen des Sparkurses der Kunden Umsatz eingebüßt.

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