Optimistischer Ausblick
Airlines erwarten weltweit Milliardengewinne

In ihrem Jahresausblick gibt der Weltluftfahrtverband Iata eine optimistische Prognose ab. Die Gewinne der Airlines dürften wieder zulegen. Doch einige Gefahren bedrohen die Bilanz der Fluggesellschaften.
  • 2

GenfTrotz gestiegener Treibstoffkosten gewinnt die internationale Luftfahrtbranche an Zuversicht. Der Weltluftfahrtverband Iata schraubte am Mittwoch seine Ergebnisprognose für dieses Jahr um rund ein Viertel nach oben. Insgesamt sollen die Airlines im laufenden Jahr einen Gewinn von 10,6 Milliarden Dollar vorweisen. Bereits im Dezember hatte die Iata die Erwartungen auf 8,4 Milliarden Dollar angehoben.

Nicht nur beim Gewinn, auch beim Umsatz legen die Airlines weltweit zu - gemeinsam kommen sie nach der Iata-Prognose auf 671 Milliarden Dollar. "Vor dem Hintergrund verbesserter Aussichten für die Weltwirtschaft, ist die Passagier-Nachfrage stark und die Frachtgeschäfte beginnen wieder zuzulegen", erläuterte Verbandschef Tony Tyler. 2012 flogen die Fluggesellschaften weltweit einen Überschuss von 7,6 Milliarden Dollar ein.

Beim Passagiergeschäft rechnet der Verband 2013 nun mit einem Zuwachs von 5,4 Prozent, nach bislang 4,5 Prozent. Auch beim Frachtverkehr, einem Barometer für das weltweite Handelsgeschäft, hellten sich die Aussichten auf: Die Iata-Prognose liegt nun bei einem Plus von 2,7 Prozent und damit beinahe doppelt so hoch wie bisher.

Sämtliche Prognosen beruhten aber auf der Annahme weiterer Stabilität in der Euro-Zone, betonte der Branchenverband. „Die Zusagen der Europäischen Zentralbank und die langsame wirtschaftliche Erholung der US-Wirtschaft sollte zu einem dauerhaften aber schwachen Aufschwung führen", sagte Tyler. Gegenwärtig riskiere die Währungsgemeinschaft aber ein Wiederauflodern der Krise wegen Zypern.

Die Treibstoffkosten werden die Airlines aber auch im neuen Jahr belasten. Die Iata erwartet einen Anstieg der Kerosinpreise auf 130 Dollar pro Barrel, noch im Dezember war der Verband von 124,3 Dollar pro Barrel ausgegangen. Damit steigen die gesamten Treibstoffkosten der Branche auf 216 Milliarden Dollar - und machen damit ein Drittel aller Airline-Kosten aus.

Dafür soll die Effizienz der Branche steigen. Konsolidierung und Joint-Ventures hätten die Unternehmen in den vergangenen Jahren rentabler gemacht. Die Auslastung dürfte von 76,1 Prozent im Jahr 2006 auf 79,8 Prozent im Jahr 2013 steigen.

"Der einzige Weg aus den derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist Wachstum", sagt Tyler. Erneut kritisierte der Verbandschef daher die wachsenden Kosten durch neue Passagierrechte in Europa. Zum 1. April sollen zusätzlich die Flugsteuern angehoben werden. Auch die nach dem US-Fiskalstreit zu erwartenden Kürzungen bei der Flugsicherung und der Grenzkontrolle würden mehr neue Kosten verursachen. Die staatlichen Abgaben seien bei einer Profitmarge von 1,6 Prozent eine Gefahr für die Airline. "Der Puffer zwischen Gewinn und Verlust ist sehr klein", sagte Tyler.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Optimistischer Ausblick: Airlines erwarten weltweit Milliardengewinne"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • In Europa sind die Aussichten keineswegs so rosa. Einseitige Belastungen wie Luftverkehrssteuer in Deutschland, CO2-Abgaben und völlig überhöhte und überzogene Kompensationssummen, kombiniert mit Nachtflugverbote sorgen für einen wesentlich trüberen Ausblick. Während andere Staaten ihr Airlines hätscheln, werden sie hier als Melkküge angesehen.
    In Deutschland und Europa sind mittlerweile eine ganze Reihe Airlines in die Insolvenz getzrieben worden: Hamburg Airlines, Spanair, Malev, Cirrus Airlines, bmi, ContactAir, OLT-Express, bei Augsburg Airways ist die Betriebsschließung beschlossen. Die SAS fliegt noch, wie lange weiss niemand. Air Berlin nagt am Hungertuch und für Lufthansa hängen die Trauben ebenfalls ziemlich hoch. Dasselbe Bild bei fast allen Airlines in Europa, lediglich die "Lowcoster" kommen einigermßen über die Runden, nicht zuletzt aufgrund versteckte Subventionen und zu Lasten des Personals.

  • Komisch, als Schlagzeile in meinem örtlichen Tagesschmieranzeiger stand heute "Autoabsatz auf historischem Tief- Winterkorn sieht äußerst schwierige mittelfristige Zukunft."

    Entweder verstehe ich keinerlei wirtschaftliche Zusammenhänge mehr oder die Flugreisen werden in Zukunft vom Sozialstaat gezahlt. Anders kann ich mir den optimistischen Ausblick nicht erklären..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%