Optionszahlungen
Ex-Manager von Stinnes verklagen Bahn

Drei Jahre nach dem Erwerb der einstigen Eon-Tochter Stinnes sieht sich die Deutsche Bahn mit Millionenforderungen ehemaliger Stinnes-Führungskräfte konfrontiert. Vor den Landgerichten in Berlin und Düsseldorf sowie vor einer Reihe von Arbeitsgerichten haben die Manager eine Prozesswelle angestoßen, die nach Aussagen eines Rechtsvertreters der Bahn notfalls über sämtliche Instanzen bis zum Bundesgerichtshof durchgezogen werden soll.

BERLIN. Knapp 40 frühere Stinnes-Manager wollen mit Klagen gegen die Bahn einen Nachschlag auf ihre Aktienoptionen erzwingen, der sich in Einzelfällen auf bis zu eine Million Euro addiert. In einem Verfahren vor der 30. Zivilkammer des Landgerichts Berlin sind drei Ex-Vorstände von Stinnes im ersten Anlauf mit der Durchsetzung ihrer Ansprüche jetzt jedoch gescheitert. Das Gericht wies ihre Klage ab, lieferte bislang aber noch keine Urteilsbegründung. Nach Angaben des Landgerichts steht deshalb auch noch nicht fest, ob die Kläger in die nächste Instanz gehen werden.

Die mündliche Verhandlung der drei Klagen offenbarte einen – wie es der Vorsitzende Richter gegenüber Prozessparteien ausdrückte – „ganz interessanten Fall“. Als die Deutsche Bahn die Stinnes AG, zu der vor allem der Transport- und Logistikkonzern Schenker gehört, im Frühjahr 2003 erworben hat, hat sie das Unternehmen auch von der Börse genommen. Sie musste daraufhin an über 200 Stinnes-Führungskräfte Aktienoptionen auszahlen, die das Unternehmen den Managern 1999 beim Börsengang der damaligen Eon-Tochter genehmigt hat.

In der Gerichtsverhandlung hieß es, die Vorstände hätten im Einzelfall bis zu 2,6 Mill. Euro kassiert. Die auf den Optionen beruhenden Abfindungszahlungen hat die Bahn in Tranchen für die letzten Jahre vor der Übernahme geleistet – mit Wertsteigerungen, die teilweise über 800 Prozent gelegen haben sollen.

Basis für die Zahlungen war das 2003 eingeleitete Squeeze-Out-Verfahren. Im Rahmen dieses Verfahrens hatten einige Minderheitsaktionären eine Barabfindung von rund 40 Euro je Aktie bekommen. Die Abfindung lag damals um etwa acht Euro über dem letzten Börsenkurs und damit deutlich über der Abfindung für die Masse der Aktionäre. Auf diesem höheren Wert basierten dann auch die Zahlungen an die Führungskräfte.

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