Osram-Quartalsbilanz Die Aufspaltung als Chance

Beim Lichtkonzern Osram ist das traditionelle Glühbirnen-Geschäft wieder einmal eingebrochen. Die frühere Siemens-Tochter will diesen Bereich künftig abspalten und sich auf Auto- und Spezialbeleuchtung konzentrieren.
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LED-Lampe des Herstellers Osram (li.) und eine klassische Glühbirne. Quelle: PR

LED-Lampe des Herstellers Osram (li.) und eine klassische Glühbirne.

(Foto: PR)

MünchenWenn es noch eines Beleges bedurfte, warum der Lichtkonzern Osram sich radikal umbauen muss: das abgelaufene Quartal hat ihn geliefert. Das traditionelle Geschäft vor allem mit den Glühbirnen brach auf vergleichbarer Basis wieder einmal um 16 Prozent ein. Dadurch sei der Umsatz im abgelaufenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 auf vergleichbarer Basis um zwei Prozent geschrumpft, teilte die frühere Siemens-Tochter am Mittwoch mit.

Durch den schwachen Euro und die Übernahme des Bühnenbeleuchters Clay seien die Einnahmen allerdings um fast ein Zehntel auf rund 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Der Überschuss legte binnen Jahresfrist um mehr als 13 Prozent auf 77,7 Millionen Euro zu. Osram bekräftigte seine zuletzt angehobene Jahresprognose, wonach man einen Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet und eine operative Rendite von neun Prozent.

Anders als bei den traditionellen Glühbirnen legten die Umsätze mit LED-Chips, Spezialbeleuchtung und LED-Lampen deutlich zu. Würde sich Osram von der Allgemeinbeleuchtung wie geplant trennen, verlöre man etwa 40 Prozent des heutigen Umsatzes und ein Drittel der Belegschaft.

Auch deshalb hat der Aufsichtsrat den Plan von Osram-Chef Olaf Berlien, den Konzern aufzuspalten, nicht einfach durchgewunken, sondern erst einmal Fragen gestellt. Denn noch ist zum Beispiel völlig offen, was mit den Glühbirnen nach der Verselbstständigung passieren soll. Ein seriöser Käufer wird nicht einfach zu finden sein.

Der Osram-Chef hat also einen steinigen Weg vor sich. Doch die Aufspaltung ist auch eine Chance. Denn der Blick auf das künftige Kerngeschäft, der nun klarer wird, zeigt, dass Osram auf den Zukunftsfeldern gar nicht so schlecht dasteht.

Als Siemens die Tochter abspaltete, waren viele skeptisch. LED, das können die elektronikerprobten Asiaten wohl besser, lautete die Prognose. Doch bei den LED-Chips, profitablen Spezial-Anwendungen zum Beispiel für die Autoindustrie und LED-Lampen steht Osram gut da.

  • ax
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