Osterweiterung der Europäischen Union bietet der Transportbranche mehr Chancen als Risiken
Spediteure stehen in den Startlöchern

Die Tage des alten Europa sind gezählt. Knapp fünfzehn Jahre nach dem Fall der Mauer, die den Osten vom Westen trennte, wird die Europäische Union ab dem 1. Mai ein völlig neues Gesicht erhalten. Die Erweiterung um zehn Mitgliedstaaten vor allem aus Osteuropa gilt als Aufbruchsignal. Insbesondere die Handel treibenden Unternehmen werden vom Wegfall der Zollformalitäten profitieren. Nur die Grenzkontrollen bleiben vorerst noch bestehen. Das dürfte den Güterverkehr aber nicht ins Stocken bringen.

DÜSSELDORF. Die Transportbranche rechnet jedenfalls mit einer rasanten Verkehrsentwicklung. Viele Unternehmen werden angesichts niedrigerer Lohnkosten Werke nach Osteuropa verlagern. Damit wird der Güterverkehr, vor allem auf den Straßen stark zunehmen. „Neue Werke, die relativ weit von den bisherigen Wirtschaftszentren der EU entfernt liegen, erhöhen dabei die Verkehrsleistung überproportional im Vergleich zum Transportvolumen“, sagt Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Laut einer Studie der Managementberatung Cap Gemini Ernst & Young wird sich Deutschland wegen seiner zentralen Lage zu einem der wichtigsten Standorte für europäische Distributionslogistik entwickeln. Die Bundesrepublik mache damit den Topstandorten Belgien und Niederlande Konkurrenz.

Doch in die Begeisterung mischt sich auch Skepsis. „Von der wachstumsorientierten Entwicklung des grenzüberschreitenden Verkehrs profitieren vor allem ausländische Unternehmen“, stellt das Bundesamt für Güterverkehr fest, insbesondere aus den Benelux-Ländern. So liege der deutsche Anteil im Straßengüterverkehr mit den EU-Beitrittskandidaten bei lediglich 11 %.

Kopfzerbrechen bereitet der Transportwirtschaft auch das starke soziale Gefälle in den Beitrittsländern, das Dumpingpraktiken auf den Güterverkehrsmärkten begünstigt. Im Vergleich zu Polen seien die deutschen Löhne auf der Basis von Kaufkraftparitäten fast fünfmal so hoch, so der BGL. Noch deutlicher seien die Diskrepanzen bei den Arbeitskosten. Für Deutschland lägen sie im Vergleich mit den Beitrittsländern im Durchschnitt bei 10:1.

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